Wieder daheim!?
Aktueller Stand zum Forschungsprojekt "Rückkehr"


Wie lebt eine Familie, deren Kind eine Zeitlang in einer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft verbracht hat, heute ihren Alltag zu Hause? Was hat der Mutter, dem Vater, den Geschwistern und was der Jugendlichen während der Fremdunterbringung besonders geholfen und was haben sie belastend erlebt? Wie ist es zur Fremdunterbringung und wie zur Rückkehr gekommen?

In qualitativen Interviews gehen die drei ErziehungswissenschaftlerInnen Christina Lienhart und Bettina Hofer (SOS-Kinderdorf) sowie Helga Kittl-Satran (Universität Graz) diesen Fragen nach. Das Forschungsprojekt beleuchtet unterschiedliche Rückkehrprozesse von Kindern und Jugendlichen aus der Fremdunterbringung in ihre Herkunftsfamilien. Sowohl Jugendliche, ihre Geschwister und Eltern(teile) als auch Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe und von SOS-Kinderdorf sind in die Erhebung einbezogen. Bislang wurden mehr als 30 Interviews, mit InterviewpartnerInnen aus verschiedenen Bundesländern, mit Erfahrungen aus SOS-Kinderwohngruppen, SOS-Jugendwohngemeinschaften, SOS-Kinderdorf-Familien oder dem Betreuten Wohnen, geführt.

Der gesamte Forschungsprozess ist auf Kooperation und Partizipation von ExpertInnen aus Forschung und Praxis ausgerichtet. Bereits bei der Konzeption des Forschungsprojektes haben wir KollegInnen aus der pädagogischen Praxis und der Kinder- und Jugendhilfe einbezogen. In Telefoninterviews berichteten 16 erfahrene Fachkräfte, was sie zum Thema Rückkehr von Kindern und Jugendlichen in ihre Familien beschäftigt. Wie wird eine Rückkehr gut vorbereitet, welche Angebote unterstützen Eltern, die Lebensbedingungen in der Familie zu verändern und wie wird an Kooperationen von Kinder- und Jugendhilfe, SOS-Kinderdorf und Familie gearbeitet, zeigen eine Auswahl an vordringlichen Fragen.

Das Interesse am Thema verdeutlichten auch rege Diskussionen auf zwei Tagungen im August und September in Wien und in Klagenfurt. Sowohl auf der ÖFEB-Sektionstagung Sozialpädagogik als auch beim FICE-Kongress diskutierten Christina Lienhart und Bettina Hofer mit den WorkshopteilnehmerInnen Chancen und Risiken sowie Voraussetzungen und Herausforderungen von Rückkehrprozessen.

Nach Abschluss der Erhebungsphase mit Jahresende 2016 werden weiterhin PraktikerInnen in die Auswertung der Interviews und die Diskussion der Ergebnisse einbezogen. Das Forschungsteam wird unterschiedliche Erfahrungen mit Rückkehrprozessen dokumentieren und Faktoren für eine stabile Reintegration von Kindern und Jugendlichen in ihre Familien oder für den Verbleib in der Fremdunterbringung benennen. Die Perspektiven von Familien und Fachkräften sollen für die Weiterentwicklung der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien nutzbar gemacht werden. Das Projekt wird voraussichtlich im 2. Halbjahr 2017 abgeschlossen.
 

Kontakt und Information:

DSA Mag.a Christina Lienhart
Telefon +43 (0) 512 5918 413
Mag.a Bettina Hofer
Telefon + 43 (0) 512 5918 411
Forschung & Entwicklung
Fachbereich Pädagogik I SOS-Kinderdorf
Stafflerstraße 10a I 6020 Innsbruck