Wieder daheim!?

Abschluss des Forschungsprojektes

Vor rund zwei Jahren starteten Christina Lienhart und Bettina Hofer (Abteilung Forschung & Entwicklung, SOS-Kinderdorf) in Zusammenarbeit mit Helga Kittl-Satran von der Uni Graz das Forschungsprojekt zur Rückkehr von Kindern und Jugendlichen in ihre Herkunftsfamilie. Wir berichteten. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Sie liefern insgesamt ein differenziertes Bild unterschiedlicher Erfahrungen mit dem Thema Rückkehr: jene von Familien, deren Kinder nach einer Fremdbetreuung wieder nach Hause zurückkehren ebenso wie jene von Fachkräften, die damit befasst sind. Dabei deuten sie auf wichtige und vielleicht auch überraschende Hinweise für die Weiterentwicklung der SOS-Kinderdorf-Arbeit hin. Jedenfalls erfordern sie eine tiefere Auseinandersetzung.

Die Rückkehr von Kindern und Jugendlichen in ihre Herkunftsfamilien ist bereits in Betreuungskonzepten verankert – bestärkt durch die Neufassung des Bundes-Kinder- und Jugendhilfegesetzes 2013. Diese definiert „Reintegration“ (Rückkehr) explizit als ein Ziel der Hilfe. In diesem Sinne planen und arbeiten die familienstärkenden Angebote von SOS-Kinderdorf wie z. B. Kinderwohngruppen.

Welche zentralen Themen geben die Ergebnisse zur Auseinandersetzung mit?

In Angeboten wie SOS-Kinderdorf-Familien oder auch Jugendwohnen ist die Rückkehr noch zu wenig systematisch bzw. vorausschauend mitgedacht. „Traditionsgemäß ist nämlich hier das Ziel im Vordergrund, die Kinder und Jugendlichen zu ihrer Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit zu begleiten. Dass dieser Weg auch über die Rückkehr in die Familie führen könnte, ist noch ausbaufähig“, erzählen die Forscherinnen.

Unter anderem zeigen die Ergebnisse,

  • dass das Thema Passgenauigkeit breiter zu denken wäre, nämlich in Richtung konkreter Beziehungen und Menschen – neben zeitlicher und organisationaler Strukturen;
  • dass neben bekannten Bedingungen gelingender Rückkehr wie z. B. Kontinuität von Beziehungen auch der Nutzen von Unterstützungsleistungen hinterfragt werden sollte;
  • in welchen Zeitdimensionen die Rückkehr aus der Fremdbetreuung als Prozess verstanden werden sollte – und in welchen Formen Kinder, Jugendliche und deren Familien noch Begleitung brauchen.

Die Fülle aller Ergebnisse finden Sie hier im Forschungsbericht.   

So komplex auch das Bild ist, das die Ergebnisse zeichnen, so klar zeigt sich speziell eine grundlegende Bedingung für gelingende Rückkehr: Kooperation. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch alle Interviews – mehr noch: durch das gesamte Forschungsprojekt. Wie hätte es ohne Kooperation überhaupt zustande kommen sollen?

 

Kontakt und Information:

DSA Mag.a Christina Lienhart
Telefon +43 (0) 512 5918 413
Mag.a Bettina Hofer
Telefon +43 (0) 512 5918 411
Forschung & Entwicklung
Fachbereich Pädagogik │SOS-Kinderdorf
Stafflerstraße 10a│6020 Innsbruck

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