Rückkehr ins Herkunftssystem – 28. Juni 2017

Wieder daheim!?

Das „Forschungsteam Rückkehr“ zwischen Fachtagungen und Schreibtisch

Wir wollen es nicht übertreiben und unser Büro als „Daheim“ bezeichnen, aber das Forschungsprojekt zu „Rückkehr aus der Fremdunterbringung in die Herkunftsfamilien“ bedeutet für uns Forscherinnen, viel unterwegs zu sein:
Zum einen führten uns die 33 Interviews von Juli 2016 bis Jänner 2017 in alle 9 Bundesländer, wir waren in ländlichen bis hin zu sehr einsamen Gegenden, in Klein- und Großstädten, führten Interviews bei Familien zu Hause, in Cafes und Besprechungsräumen von Einrichtungen. An dieser Stelle ein ganz besonders großer Dank an die Jugendlichen, Mütter, Väter, SozialpädagogInnen und FamilienberaterInnen von SOS-Kinderdorf sowie an SozialarbeiterInnen der Kinder- und Jugendhilfe, die uns ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit Rückkehrprozessen zur Verfügung gestellt haben – und auch an jene KollegInnen, die uns bei der Kontaktanbahnung unterstützten!!!

Zum anderen stellen wir das Projekt laufend bei Fachtagungen vor, um das Forschungsvorhaben und das Thema mit KollegInnen aus Praxis und Forschung zu diskutieren und voranzutreiben. Nach zwei Tagungen im Jahr 2016 präsentierten wir das Forschungsprojekt im März 2017 bei der Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Soziale Arbeit (OGSA). Das Thema der Tagung lautete „Ansprüche“. Welche Ansprüche werden an Familien schon während der Fremdunterbringung und dann im Rückkehrprozess gestellt – und welche formulieren die Familien selbst? Welche Ansprüche an die Arbeit in Kooperationsverhältnissen zwischen öffentlicher Kinder- und Jugendhilfe, stationären und ambulanten Angeboten zeigen sich? Welche normativen und fachlichen Vorstellungen leiten dabei? Fragen, die wir bei der Tagung nur anreißen konnten, weil wir erst am Beginn der Auswertungsphase standen. Ein erster Eindruck geht dahin, dass Rückkehrprozesse bei Jugendlichen – unabhängig davon, wie lange sie in Fremdunterbringung waren – deutliche Unterschiede zu jenen von Kindern aufweisen. Der Fokus auf Rückkehrprozesse bei Jugendlichen wird auch im Mittelpunkt der Präsentation bei der Interdisziplinären Jugendforschungstagung der Universität Innsbruck vom 16. –  18. November 2017 stehen, eingebettet in ein Symposium zum Thema „Leaving Care und Care Leaver“. Ergebnisse zum Zusammenwirken zwischen Familien und Fachkräften werden wir bei einem Workshop im Rahmen des 1. Sozialpädagogischen Fachtags der FH St. Pölten und SOS-Kinderdorf unter dem Thema „Familien und Institutionen“ am 23. November 2017 mit Fachkräften diskutieren.

 

"Das wäre vielleicht eine Sache, wo man wirklich tiefer bohren muss und alles noch genauer unter die Lupe nehmen."

eine interviewte Mutter

 
Detaillierte Ergebnisse liegen ab Ende 2017 vor. Mit den regionalen Qualitätsbeauftragten von SOS-Kinderdorf überlegen wir bereits, wie ein nutzbringender Ergebnistransfer für die KollegInnen bei SOS-Kinderdorf und ihren regionalen KooperationspartnerInnen im Jahr 2018 aussehen könnte.
Zur Zeit trifft man uns häufiger am Schreibtisch an: Um von „eindrücklichen Interviews“ zu fundierten, verdichteten Ergebnissen und damit zu weiterführenden Ableitungen und Fragen zu gelangen, gilt es jetzt vor allem, das reichhaltige Material auszuwerten.

Kontakt und Information:

DSA Mag.a Christina Lienhart
Telefon +43 (0) 512 5918 413

Mag.a Bettina Hofer
Telefon +43 (0) 512 5918 411
Forschung & Entwicklung
Fachbereich Pädagogik │SOS-Kinderdorf
Stafflerstraße 10a│6020 Innsbruck
 
Ass. Prof. Dr.in Mag.a Helga Kittl-Satran
Universität Graz │ Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft
Merangasse 70 │8010 Graz      

 

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