Forschung und Praxis im Dialog

Ergebnistransfer der Abteilung Forschung & Entwicklung

Am 23. November 2017 fand der erste sozialpädagogische Fachtag statt. Organisiert wurde er in Kooperation von der FH St. Pölten und der Abteilung Forschung & Entwicklung von SOS-Kinderdorf. Das Thema „Sie haben geholfen, dass wir wieder eine Familie geworden sind“ – Familien und Institutionen, wurde von Vortragenden sowie von PraktikerInnen den ganzen Fachtag in St. Pölten über beleuchtet und munter diskutiert. „Dieses Format zeigt, wie Praxis und Forschung in diesem Fachbereich enger zusammenwachsen. Wir sehen in unserer eigenen Organisation, wie wertvoll das für beide Seiten ist. Aus den Ergebnissen unserer Forschungsarbeit in Bezug auf Rückkehrprozesse von Kindern und Jugendlichen aus der Fremdunterbringung und der Erfahrung aus der Praxis in Niederösterreich seit 60 Jahren wissen wir, dass eine Zusammenarbeit dann erfolgreich sein kann, wenn Familien nicht ausgeschlossen, sondern aktiv beteiligt und nach ihren Bedürfnissen gefragt werden“, so Susi Zoller-Mathies, Leiterin der Abteilung Forschung & Entwicklung.

Die Veranstaltung wurde von Peter Pantucek und Andrea Nagy von der FH St. Pölten sowie von Susi Zoller-Mathies und Clemens Klingan von SOS-Kinderdorf, auch im besonderen Kontext und Rahmen von 60 Jahre Kinderdorf Hinterbrühl, eröffnet. Vormittags wurde durch die Familiensoziologin Karin Jurczyk vom Deutschen Jugendinstitut und Ulrike Loch von der Sozial- und Integrationspädagogik an der Universität Klagenfurt Familie aus soziologischer und sozialpädagogischer Perspektive erörtert. Karin Jurczyk skizzierte ihr herausgearbeitetes Konstrukt des „doing family“, also Familie als eine Herstellungsleistung, wodurch sie einen gelungener Bogen zwischen einerseits soziologischen und andererseits praxisnahen Gedanken und Impulsen zog. Ulrike Loch fokussierte darauffolgend die Thematik von Kindern psychisch erkrankter Eltern und wagte einen tiefen mikroskopischen Einblick in ein solch herausforderndes Themenfeld, indem sie eine Fallstudie skizzierte und diskutierte. Nachmittags gaben Workshops einen vertiefenden Einblick in das Thema Familie und Organisation. Angefangen von Diskussionen zum Thema „Rückkehr in das Herkunftssystem“ von Bettina Hofer und Christina Lienhart über den „Alltag zwischen Institutionen und Familie“ bis hin zu einem niederländischen Exkurs zu „Familien im sozialräumlichen Kontext“ konnte themenspezifisch die Diskussion nochmals vertieft werden. Die inhaltlichen Details zum Programm finden Sie hier. Die Workshopinhalte wurden abrundend in einer Podiumsdiskussion zusammengeführt und skizziert.

KollegInnen von unterschiedlichen Trägern und Einrichtungen sowie VertreterInnen von Jugendämtern und -behörden als auch ForscherInnen von ganz Österreich konnten am ersten sozialpädagogischen Fachtag einen guten Austausch finden. Es gab eine Vielzahl an Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten und das Thema Familie konnte somit aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden. Im Großen und Ganzen ein voller Erfolg für alle Beteiligten. Fotos zur Veranstaltung finden Sie hier.
 
Tagung zum Thema „Perspektiven für die Jugendforschung“ in Innsbruck

Vom 16. bis 18. November 2017 fand in Innsbruck die interdisziplinäre Tagung „Jugend – Lebenswelt – Bildung. Perspektiven für die Jugendforschung in Österreich“ statt. Eine Vielzahl an spannenden Vorträgen und Symposien hat Jugendforschung in Österreich erstmals in Form einer eigens dafür organisierten Konferenz sichtbar gemacht. Erfreulicherweise war die Kinder- und Jugendhilfe wesentlicher Teil der Tagung. ForscherInnen, KollegInnen aus der Praxis sowie VertreterInnen der Jugendpolitik und -behörden trafen aufeinander. Unsere KollegInnen von SOS-Kinderdorf – besonders die Abteilung Forschung & Entwicklung – waren vielseitig beteiligt. Einerseits in der Programmkommission der Tagung und andererseits auch in der Gestaltung und Moderation von Vorträgen und Präsentationen.

Hervorzuheben ist der Beitrag von Christina Lienhart und Bettina Hofer zu ihrem Forschungsprojekt zum Thema Rückkehr in das Herkunftssystem, welches sie in Kooperation mit der Universität Graz durchführen. Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Symposiums „Leaving Care und Care Leaver“ mit KollegInnen der Uni Klagenfurt vorgestellt und diskutiert. Weiters haben Thomas Buchner und Ines Findenig gemeinsam mit Christian Altenweisl Teilergebnisse ihres Forschungsprojektes zum Thema „Unbegleitete Minderjährige mit Fluchterfahrung“ vorgestellt. Weitere Infos zu den beiden Praxisforschungsprojekten finden Sie hier.
 
Die Tagungsthemen umfassten alle für die Lebenswelt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen relevanten Bereiche, inklusive ihren Bezug zu Bildung: Sozialisation, Werten, Übergängen in Arbeit und Beruf, Partizipation, Sexualität, Partnerschaften, Gesundheit, Jugendarbeit, Jugendlichen mit besonderem Unterstützungsbedarf, Jugendhilfe, Inklusion, Delinquenz, sozialer Gerechtigkeit, sozialer Mobilität, Migration und Flucht. Weitere Infos und Details finden Sie hier oder Sie fragen bei F&E nach! 

Mit der Tagung wurde ein nachhaltiger Dialog zwischen Forschung, Politik und Praxis im Bereich der Jugendarbeit und Jugendhilfe unterstützt und gemeinsame Perspektiven entwickelt. Sie diente zum Startschuss eines österreichweiten Netzwerkes für Jugendforschung. Es war ein voller Erfolg.
 
 
Kontakt und Information:
 
Mag.a Dr.in Ines Findenig
Telefon: +43 (0) 512 5918 331
Forschung & Entwicklung
Fachbereich Pädagogik | SOS-Kinderdorf
Stafflerstr. 10a | 6020 Innsbruck
 
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