Stichtagserhebung 2017

Ergebnisse aus unserem statistischen Monitoring

Dokumentation und Reflexion gehören zu den Kernaufgaben der seit 1964 bestehenden Forschungseinrichtung (aktuell „Forschung & Entwicklung“) von SOS Kinderdorf Österreich. Um diesen gerecht zu werden, gibt es seit 1981 sogenannte „Stichtagserhebungen“, die im Zyklus von vier Jahren einen Überblick über beispielsweise Ein- und Austrittsalter, Verweildauern oder die Gründe von Austritten gibt. Vor allem sollen diese Daten und Erkenntnisse dazu anregen, weitere Informationsbedarfe oder Fragezeichen wieder in den Reflexionsprozess einfließen zu lassen. Zusätzliche Informationen werden natürlich auch weiterhin anlassbezogen aufbereitet.

Grundsätzliche Trends lassen sich wie folgt zusammenfassen:
 
  • Rückgänge in den mittleren Verweildauern der untergebrachten Kinder, während Jugendliche mit etwa 1,7 Jahren relativ stabile Aufenthaltsdauern aufweisen. Außerdem ist ein insgesamt ansteigendes Eintrittsalter in SOS-Kinderdorf mit späterem Austritt zu sehen.
  • Im Vergleich zum Stichtag 01.01.2013 verzeichnete SOS-Kinderdorf auch einen Anstieg der Betreuten im Rahmen stationärer Unterbringung von über 20 %. Die Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Kindern & Jugendlichen mit Fluchterfahrung hat im Rahmen dezidierter Projekte bzw. Einrichtungen zu diesem Anstieg beigetragen.
  • Angebote der Unterstützung der Erziehung wie der AFA in Tirol oder der MoFA im Süden Österreichs, wurden stetig mehr in Anspruch genommen. Selbiges gilt für die Angebote im Rahmen von Ambulatorien, wie jenem in Wien oder auch in Moosburg (Kärnten).
  • Gründe für den Eintritt der Kinder und Jugendlichen lagen vor allem in eingeschränkten Möglichkeiten zur Erziehung und Versorgung, während psychische oder Sucht-Erkrankungen den dritthäufigsten Aufnahmegrund darstellten. Austritte erfolgten im Rahmen der Vollen Unterstützung mehrheitlich, weil die Betreuungsziele erreicht wurden. Bei den Unterstützungen der Erziehung lag der Hauptgrund im Ende der Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe. Und wo leben die Kinder und Jugendlichen, nachdem sie SOS-Kinderdorf verlasen haben? Die häufigsten Ziele außerhalb professioneller Betreuung sind für Kinder die Mutter (20 %), die Eltern (10 %) oder der Vater (6 %), während Jugendliche in eine eigene Wohnung (18 %) oder zur/zum PartnerIn ziehen (4 %).


Der Sinn von Stichtagserhebungen erschöpft sich außerdem nicht in pädagogischen Überblicken, sondern reflektiert auch die Datenmengen an sich sowie die Möglichkeiten ihrer Eingabe, Pflege und Verdichtung. In diesem Sinn ist die Zusammenarbeit vom Einrichtungs-Team bis zur Kommunikation zum generativen  Support (also den Fachabteilungen der Zentrale) der Schlüssel zur erfolgreichen Arbeit innerhalb von SOS-Kinderdorf Österreich.

Letztlich soll auch einem gemeinsamen Verständnis, inner- wie auch außerhalb von SOS-Kinderdorf, Rechnung getragen werden. Die Vielzahl an Begrifflichkeiten und die unterschiedliche Herkunft von Daten sollen benannt werden und damit zur Klärung bei gemeinsamer Anstrengung beitragen.

Am Ende bewährt sich eine alte Weisheit: „Durch´s reden kemmen die Leit zåm!“
 
Kontakt und Information:
 
Ing. MMag. Christian Altenweisl
Forschung & Entwicklung
Telefon + 43 (0) 512 5918 409
Fachbereich Pädagogik │SOS-Kinderdorf
Stafflerstraße 10a│6020 Innsbruck
 
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