SOS-Kinderdorf zur Asyldebatte: Kinder brauchen mehr als ein Dach über dem Kopf!

Kinderhilfsorganisation schafft laufend neue Plätze und fordert mehr Bildung, Integration und Betreuung für minderjährige Flüchtlinge in Österreich.

"Die Diskussion um Durchgriffsrechte und Obergrenzen verstellt den Blick darauf, worum es in der Flüchtlingskrise geht – um Menschen, die unsere Hilfe brauchen", sagt Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf. Ganz besonders schutzbedürftig seien dabei die vielen Kindern und Jugendlichen, die ohne ihre Eltern in Österreich gestrandet sind. "Diese jungen Menschen brauchen mehr als ein Dach über dem Kopf – sie brauchen Zuwendung, Beschäftigung und eine Perspektive", so Moser.

Aufgrund fehlender Plätze in den Bundesländern sind nach wie vor rund 3000 Minderjährige in Großquartieren des Bundes untergebracht – das heißt, ihnen wurde ein Schlafplatz zugewiesen und sie bekommen regelmäßig zu Essen. Davon abgesehen sind sie auf sich selbst gestellt. Es fehlt an Bezugspersonen, an einer sinnvollen Tagesstruktur und an der Möglichkeit, das Erlebte zu verarbeiten.
 

Kinderrechte werden mit Füßen getreten

"An Orten wie Traiskirchen wird kaum ein Kinderrecht nicht verletzt", sagt Geschäftsführer Christian Moser. "Hier wird das Recht auf Gesundheit, auf Bildung und auf besondere Fürsorge in Notsituationen systematisch mit Füßen getreten." Die Volksanwaltschaft stellte zuletzt in einem Großquartier für junge Flüchtlinge in Leoben gravierende Missstände fest. In einer Lagerhalle, die viel zu kalt und viel zu laut ist, werden 300 junge Flüchtlinge untergebracht, die keinerlei pädagogische Betreuung haben.

"In solchen Notunterkünften haben Minderjährige nichts verloren", sagt Moser, und fordert die Kinder- und Jugendhilfe einmal mehr dazu auf, Verantwortung für jedes Kind in Österreich zu übernehmen. "Denn ein Kind ist ein Kind, egal wo es geboren ist." Und jedes Kind, so Moser weiter, habe das Recht auf Bildung, das Recht auf Stabilität, das Recht auf Kindsein.
 
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Zahlreiche neue Plätze für geflüchtete Kinder bei SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf betreut seit knapp 15 Jahren unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und hat in den letzten Monaten über 100 neue Plätze in ganz Österreich geschaffen. In allen Bundesländern wurden geflüchtete Kinder und Jugendliche in den SOS-Kinderdörfern aufgenommen, in Niederösterreich, im Burgenland, in Kärnten und in Tirol sind neue Wohngruppen entstanden.
 

Schutz vor Radikalisierung

"Uns war von Anfang an wichtig, nicht irgendwelche Plätze zu schaffen, sondern die richtigen", sagt Moser. Das heißt: Kleine Wohngruppen anstatt anonymer Massenquartiere, Integration anstatt Verwahrung, persönliche Betreuung anstatt Security-Teams. Dies erhöht nachweislich die Zukunftschancen für jedes Kind – und schützt vor Radikalisierung und Abschottungstendenzen. 2016 gründet SOS-Kinderdorf weitere neue Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, etwa in Wien und in Linz. 150 neue Plätze werden in ganz Österreich entstehen, in Wien ist zudem die Betreuung von Gastfamilien geplant.
 
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