SOS-Kinderdorf zu Weltflüchtlingstag am 20. Juni

Integration statt Verwahrung!

Kinderrechtsverletzungen auch in Österreich. Integration kann nur gelingen, wenn Kontakt mit österreichischer Bevölkerung möglich

Innsbruck/Wien (17.6.2016) – Anlässlich des bevorstehenden Weltflüchtlingstags richtet SOS-Kinderdorf einmal mehr den drängenden Appell an die Politik, rasch Lösungen für die untragbare Situation von geflüchteten Kindern und Jugendlichen zu finden. Auch in Österreich werden täglich Kinderrechte verletzt!

„So wie jedes Kind, das nicht bei seinen Eltern leben kann, brauchen auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge familienähnliche Strukturen, uneingeschränkten Zugang zu Bildung und eine echte Chance auf eine bessere Zukunft“, sagt Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf. Derzeit gibt es allerdings große Unterschiede in der Qualität der Betreuung. 

Ausbildungs- und Lehrplatzoffensive notwendig

Ein Gutteil der jungen Flüchtlinge wird mehr verwahrt als betreut. Zudem sind sie zum Nichtstun gezwungen. Denn mit dem 15. Geburtstag endet für sie das Recht darauf, in die Schule zu gehen. Nur in Ausnahmefällen dürfen minderjährige Flüchtlinge weiterhin gemeinsam mit österreichischen Kindern im Klassenzimmer sitzen. „Was es – und zwar ganz dringend – braucht, ist eine Ausbildungs- und Lehrplatzoffensive für minderjährige Flüchtlinge“, sagt Moser.

Großer Zuspruch vonseiten der Bevölkerung

SOS-Kinderdorf betreut seit knapp 15 Jahren unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und hat in den letzten Monaten eine ganze Reihe neuer Plätze in ganz Österreich geschaffen. Derzeit betreut die Kinderhilfsorganisation rund 300 geflüchtete Kinde und Jugendliche.

SOS-Kinderdorf legt großen Wert darauf, nicht irgendwelche Betreuungsplätze zu schaffen, sondern die richtigen. Das heißt: Kleine Wohngruppen statt Großheime, eine sinnvolle Tagesstruktur  und – ganz wichtig – ständiger Kontakt mit der österreichischen Bevölkerung. Dies erhöht nachweislich die Zukunftschancen für jedes Kind – und schützt vor Radikalisierung und Abschottungstendenzen. 

„Wir erhalten großen Zuspruch in der Bevölkerung für unsere Betreuungskonzept“, sagt Moser „und wir sehen täglich, wie Integration gelingen kann – wenn sich Menschen mit Menschen auseinandersetzen.“
 
Neue Kinderwohngruppe in Linz
Mitte Juni eröffnet SOS-Kinderdorf in Linz eine neue Wohngemeinschaft für unbegleitete Flüchtlingskinder. 15 Minderjährige zwischen 8 und 14 Jahren werden dort künftig individuell betreut, bekommen psychologische Hilfe und die Möglichkeit, Deutsch zu lernen. „Unser Ziel ist es, alle Kinder, die bei uns leben, gut in die Gesellschaft zu integrieren, damit sie später ihren Weg in ein selbstständiges Leben finden. Eine fordernde Aufgabe, die wir gerne übernehmen“, so Moser.

SOS-Kinderdorf ist bei der Finanzierung von Betreuungsplätzen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf Spendengelder angewiesen. Denn die öffentliche Finanzierung reicht bei weitem nicht für eine pädagogisch hochwertige Betreuung, die aber ein Erfolgsrezept für gelingende Integration ist.
 
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Kennwort: Kinder auf der Flucht
 
Rückfragen: SOS-Kinderdorf/Presse, martina.stemmer@sos-kinderdorf.at, T.: 0676 / 881 444 243
 
 
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