20 Jahre Notrufnummer – 09.09.19

Rat auf Draht: seit 20 Jahren unter 147 erreichbar

Rat auf Draht war in den ersten Jahren eine Ortstarifnummer, seit genau 20 Jahren besteht nun die kostenlose Notrufnummer 147

Am 15. September 1999 wurde aus der Ortstarifnummer 0660/6960 die Notrufnummer 147. Seither ist die 1987 gegründete Helpline Rat auf Draht unter dieser Nummer erreichbar. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. „Ganz bewusst wählte man damals die am Display untereinanderliegenden Zahlen 1 – 4 – 7, eine einfache Tastenkombination, die sich auch jüngere Kinder leicht merken können“, sagt Leiterin Birgit Satke, seit 1994 bei Rat auf Draht.

Hilfe zu jedem Zeitpunkt

Mit Rat auf Draht wurde in Österreich erstmals ein kostenloses und niederschwelliges Beratungsangebot geschaffen, auf das Kinder und Jugendliche auch zu Zeiten zurückgreifen können, in denen sonst wenig psychosoziale Hilfe zu Verfügung steht – wie beispielsweise nachts oder an Wochenenden. „Oft gibt es nur ein schmales Zeitfenster, in dem Jugendliche, die Hilfe benötigen, auch bereit sind, diese Hilfe anzunehmen“, sagt Satke. „Dann ist es wichtig, dass diese Hilfe genau zu diesem Zeitpunkt verfügbar ist.“

Anrufe scheinen nicht in der Telefonabrechnung auf

Kinder und Jugendliche können sich unter 147 anonym beraten lassen. „Das ist besonders wichtig bei Themen, die mit Schamgefühlen oder Befürchtungen verbunden sind“, sagt Satke. Die Anrufe scheinen auch nicht in der Telefonabrechnung auf. Besonders wenn sich ein Kind wegen körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt in der Familie an Rat auf Draht wendet, ist das wesentlich.

Einzigartig in Europa

Die Anrufe bei Rat auf Draht werden von PsychologInnen, Lebens- und SozialberaterInnen, PsychotherapeutInnen oder JuristInnen entgegengenommen. Dass Kindern und Jugendlichen jederzeit kostenlose telefonische Hilfe durch ein Team von ExpertInnen zur Verfügung steht, ist einzigartig in Europa. Und der Bedarf ist groß: 2018 gab es rund 75.000 Telefonkontakte bei Rat auf Draht.

„Oft sind unsere BeraterInnen die ersten Personen, die von schweren Problemen erfahren. Dadurch besteht die Chance, Belastungen frühzeitig zu reduzieren und regionale, längerfristige Unterstützungsangebote zu vermitteln“, so Satke. „Solch frühe Hilfen können verhindern, dass Belastungen zu chronischen Problemen mit Folgeproblematiken werden, wie etwa Schul- oder Lehrabbrüche oder soziale Isolierung.“

Seit 2013 ist Rat auf Draht ein Angebot von SOS-Kinderdorf. Die Hotline wird vorwiegend über Spenden finanziert.