Rasche Hilfe für besonders gefährdete Kinder aus Madaya

SOS-Kinderdorf will sobald als möglich wieder nach Madaya, um erste Kinder aus der Stadt heraus- und in die SOS Nothilfecamps nach Damaskus zu bringen.

Damaskus/Innsbruck/Wien (25.11.2016) – In einem Telefonat haben wir heute Abeer Pamuk in Damaskus erreicht. Die Nothilfemitarbeiterin von SOS-Kinderdorf Syrien hat uns über die aktuelle Lage informiert: Nach dem jüngsten Treffen mit lokalen Partnern und dem Syrischen Roten Halbmond als wichtigsten Partner vor Ort, sei sie zuversichtlich, die ersten Kinder bald aus Madaya herauszubringen, um sie dann in zwei SOS-Nothilfecamps in Damaskus umfassend zu versorgen und zu betreuen.
 
„Wir betreiben drei solcher SOS-Camps, zwei in Damaskus und eines in Aleppo, das wir gerade erst im Jänner starteten. Insgesamt betreuen wir in diesen Camps rund 300 Kinder“, sagt Abeer. „In Damascus haben wir derzeit Kapazitäten für die Aufnahme von 35 Kindern zusätzlich und im neuen Camp in Aleppo könnten es mittelfristig bis zu 100 sein. Sobald die ersten am meisten gefährdeten Kinder identifiziert, ihr familiärer Hintergrund geklärt und das O.K. aller Parteien da ist, starten wir – wir sind bereit!“
 
Angesichts der großen Zahl an Menschen, darunter so viele Kinder, die unvorstellbare Not leiden, mag der Blick auf Einzelschicksale vielfach verloren gehen. Doch genau das ist für Abeer Pamuk und ihre SOS-Kollegen tägliche Kraftquelle und Motivation: „Es ist so schön zu sehen, dass Kinder, die so viel Leid erfahren haben, die das hässlichste Gesicht des Krieges mit Gewalt, Tod und Zerstörung gesehen haben, nach einigen Monaten in unseren SOS-Camps wieder zurück ins Kindsein finden – wenn sie wieder spielen und lachen, die Schule besuchen und verlorenes Vertrauen langsam wieder finden“.
 
Generell sind die Menschen in Syrien nach 5 Jahren Krieg müde und ausgelaugt, verzweifelt, vielfach physisch und psychisch am Ende ihrer Kräfte. Mit den schrecklichen Bildern und Erlebtem in Kopf und Seele bleibt oft nur die Hoffnung „Flucht“. Abeer Pamuk: „Für viele ist es gefährlicher in Syrien zu bleiben, als zu fliehen, auch wenn sie dabei nochmals ihr Leben riskieren. Daher ist die einzige Chance die Fluchtbewegungen zu stoppen, den Krieg und die Gewalt in Syrien zu stoppen!“
 
Auf die Frage, wie sie persönlich die Lage erlebt und was sie zum Bleiben und Helfen motiviert, schildert Abeer in beeindruckenden Worten: „Es ist mein Land, es sind meine Freunde, meine Wurzeln!“ Ich habe an der Universität in Aleppo studiert, als der Krieg begann, flüchtete in den Libanon und blieb sechs Monate. Dann wurde die Universität zerstört, ich verlor viele meiner Freunde. Das war für mich der Moment zurückzukehren und etwas zu tun! Bei SOS-Kinderdorf kann ich das: Trotz aller Herausforderungen und Probleme, ist es auch erfüllend zu sehen, was ich bzw. wir als SOS-Kinderdorf für andere Menschen bewirken und zum Positiven verändern können.“
 
Foto (SOS-Kinderdorf/honorarfrei): Abeer Pamuk mit Kindern und Frauen am Eingang der Stadt Madaya, als SOS-Kinderdorf erstmals Zugang zur Stadt erhielt.
 
Infos/Spenden: www.sos-kinderdorf.at/syrien
 
Rückfragen:
Viktor Trager, SOS-Kinderdorf/Presse (Innsbruck), Tel. 0676/88144201, viktor.trager@sos-kinderdorf.at
 
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