13. März 2017 | Damaskus & Aleppo

Lokalaugenschein von SOS Kinderdorf in Damaskus und Aleppo

6 Jahre Krieg in Syrien - Nothilfechef von SOS-Kinderdorf International ist am Wochenende aus Syrien zurückgekehrt. Andreas Papp hat Hilfsprojekte in Aleppo und Damaskus besucht und schildert seine Eindrücke.

Aleppo/Damaskus/Wien/Innsbruck (13.3.2017) - "Das was Kinder in Aleppo an schrecklichen Bildern und Leid gesehen haben, ist unvorstellbar. Die Last an traumatischen Erfahrungen, die schwer auf ihren Seelen lastet, braucht als Entlastung dringend psychologische Hilfe", sagt Andreas Papp und ergänzt: "Auch als Prävention, um die traumatisierten Kinder durch kindgerechte Spiel-, Freizeit und Lernangebote vor den Gefahren der Straße durch Ausbeutung, Kinderarbeit oder Missbrauch zu schützen!
 

Neben Basisversorgung brauchen Kinder besondere Spiel, Schutz- und Lernräume

Andreas Papp war zwei Tage in Aleppo und hat die Großküche am Stadtrand besucht, wo im Rahmen der SOS-Nothilfe täglich bis zu 18.000 warme Mahlzeiten zubereitet und monatlich rund 15.000 Fruchtpakete verteilt werden. Zudem kümmern sich zwei Ärzte und eine Gynäkologin um die medizinische Versorgung der Menschen. "Als wichtiges Angebot für Kinder haben wir im Umfeld der Großküche und Lagerräume auch Räume geschaffen, wo sie spielen, malen, musizieren, Sport betreiben können – und damit ihren Stress und ihre psychischen Belastungen abbauen und einfach wieder Kind sein können.“

Papp war auch im Ostteil von Aleppo: "Dort versorgen wir mit 16 Tanks jeden Tag rund 8.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser. Und ich habe mir mit den SOS-Leuten vor Ort eine schwer beschädigte Schule angeschaut, die SOS-Kinderdorf wieder aufbauen möchte, um Kindern neben der psychischen Betreuung Zugang zu schulischer Bildung zu ermöglichen – und damit Perspektiven für eine hoffnungsvolle Zukunft.

In Damaskus hat Papp zwei "Interim care Centers" (Übergansunterkünfte und Schutzzentren für Kinder) besucht, in denen 230 Kinder, die ihre Eltern verloren und keine Angehörigen mehr haben, intensiv betreut und begleitet werden - wie in Aleppo umfassend inkl. psycholgogischer Hilfe und schulischem Unterricht. Ähnliche Programme baut SOS-Kinderdorf gerade in der Küstenstadt Tartous weiter aus.
 

Neues SOS-Kinderdorf in Damaskus

Als langfristiges Angebot startet SOS-Kinderdorf in der Hauptstadt ein zweites SOS-Kinderdorf. Es entsteht in einer ursprünglich als private Ferienanlage geplanten, aber nie in Betrieb gegangenem Objekt mit guter Infrastruktur an Gebäuden sowie Grün- und Spielflächen. Nach letzten Adaptierungsarbeiten sollen noch im Frühjahr die ersten SOS-Kinderdorf-Familien mit den Kindern dort einziehen.

SOS-Kinderdorf ist seit über drei Jahrzehnten in Syrien tätig und konnte dank guter Infrastruktur und vieler engagierter heimischer MitarbeiterInnen rasch mit Nothilfemaßnahmen beginnen. Haupteinsatzgebiete waren und sind das schwer umkämpfte Aleppo, die Hauptstadt Damaskus und die Küstenstadt Tartous. SOS-Kinderdorf war lange vor dem Krieg im Land tätig und wird auch in Zukunft mit nachhaltigen Projekten und Programmen für Not leidende Kinder und Familien im Land bleiben!

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