8. März 2017 | Lehrlingsumfrage

Lehrlingsumfrage: Jeder zweite Lehrling hat während der Ausbildung das Gefühl, dass alles zu viel wird

Bei Mädchen liegt der Anteil sogar bei 67 %. Ein Großteil fühlt sich nicht gut genug für den Arbeitsalltag nach der Lehre ausgebildet.

Wien (8.3.2017) – Viele junge Menschen suchen Hilfe bei 147 Rat auf Draht, wenn es um die Entscheidung Schule oder Lehre geht. "Lehrlinge melden sich vorwiegend bei uns, wenn sie Probleme mit Kolleginnen oder Vorgesetzten haben. Sie wissen dann oft nicht, was sie tun sollen", sagt Birgit Satke, Leiterin von 147 Rat auf Draht.

Die Expertinnen und Experten von 147 Rat auf Draht wollten nach dem Mobbing Stimmungsbild 2015 wissen, wie die Situation bei den Lehrlingen aussieht. Im Rahmen von Fokusgruppen und einer Online-Umfrage wurden insgesamt 901 Lehrlinge österreichweit befragt.
Als "Hilfskraft!" behandelt
Jeder zweite Befragte wurde in der Schule schon einmal gemobbt, bei den Lehrlingen sieht die Situation erfreulicherweise anders aus. Die Zufriedenheit ist insgesamt sehr hoch. 90 Prozent der Befragten gab an, sich am Lehrplatz wohl zu fühlen. 7 Prozent waren schon einmal von Mobbing betroffen. Das Mobbing ging dabei vorwiegend von den Vorgesetzten aus.

Doch auch diejenigen, die keinem Mobbing ausgesetzt werden, sehen Verbesserungsmöglichkeiten in der Ausbildung. Vor allem die Art und Weise, wie sie an der Arbeitsstelle behandelt werden, wird in unterschiedlicher Art und Weise immer wieder beklagt. Viele Auszubildende haben auch den Eindruck, vorwiegend als "Hilfskraft" eingesetzt zu werden. Zudem, so schildert ein erheblicher Teil der Befragten, würden die Arbeitszeitgesetze nicht eingehalten. Jeder zweite befragte Lehrling gab an, dass er während der Ausbildung das Gefühl hat, dass alles zu viel wird.
Klare Forderungen
147 Rat auf Draht hat auch wieder direkt bei den Jugendlichen in Fokusgruppen nachgefragt, welche Tipps sie für Jugendliche haben. "Wer hat bessere Tipps auf Lager, als die Lehrlinge selbst? Schließlich haben sie ja erst vor kurzem ihre Entscheidung getroffen“, sagt Elke Prochazka, Psychologin bei 147 Rat auf Draht. In den Fokusgruppen ergaben sich eindeutige Forderungen nach Verbesserungen in folgenden Bereichen:
  • Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen bei der Arbeitszeit
  • Faire Entlohnung
  • Bessere Ausbildung, um auf den späteren Berufsalltag vorbereitet zu sein

"Die Änderungswünsche sind sehr klar formuliert", sagt Psychologin Prochazka "ein klarer Auftrag an die Ausbildungsstellen und die Politik."

147 Rat auf Draht ist Österreichs einzige psychologische Beratungseinrichtung für Kinder und Jugendliche in ganz Österreich, die den Status einer Notrufnummer führen darf. Ein multiprofessionelles Team berät rund um die Uhr – 7 Tage pro Woche, per Telefon, aber auch über Chat und Online Beratung. 147 Rat auf Draht ist seit 2014 Teil von SOS-Kinderdorf und bei der Finanzierung auf Spendengelder angewiesen.

Hier finden Sie die Ergebnisse der Umfrage.
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