„Hilfe für Kinder darf keine Frage der Geografie sein!“

Aktuelle Kinderhilfe-Statistik macht auf Mängel aufmerksam, SOS-Kinderdorf fordert einheitliche Standards

Wien/Graz (11. 10. 2016) -  Die aktuelle Kinder- und Jugendhilfestatistik zeigt einmal mehr große Unterschiede bei der Hilfe für Kinder und Jugendliche in den einzelnen Bundesländern auf. „Ein Umstand, den wir seit langem anprangern – und der den politisch Verantwortlichen bekannt ist“, sagt Susanne Maurer-Aldrian, Geschäftsleiterin bei SOS-Kinderdorf für die Region Süd. „Hilfe für Kinder und Jugendliche in Not darf keine Frage der Geografie sein.“
 
Es sei nicht hinzunehmen, dass sich die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, die nicht bei ihrer Familie leben können, in erster Linie nach Länderbudgets richten und nicht daran, was diese jungen
Menschen brauchen, sagt Susanne Maurer-Aldrian.

 
Maurer-Aldrian macht die Problematik an einem Beispiel fest: „Ein Kind, das in der Volksschule als vernachlässigt auffällt, wird in dem einen Bundesland in einer WG untergebracht, im anderen von einem
mobilen Team in der Schule unterstützt, im dritten wird die gesamte Familie mobil und vielleicht auch therapeutisch gestärkt und im vierten Bundesland passiert gar nichts.“
 
Ziel müsse sein, so Maurer-Aldrian weiter, dass "jedes Kind das bekommt, was es braucht - egal, wo es wohnt."
 
Auf Spenden angewiesen
 
SOS-Kinderdorf betreut Kinder und Jugendliche in allen Bundesländern mit einheitlichen Qualitätsstandards. Durch die unterschiedlichen und zu niedrigen Tagsätze ist die Kinderhilfsorganisation nach wie vor zu
einem erheblichen Teil auf Spendengelder angewiesen. 
 
Für SOS-Kinderdorf ist klar: Neben dem Kinderschutz hat die Stärkung von Familien und die Verhinderung von Fremdunterbringung oberste Priorität.
 
Einheitliche Regelung für Hilfe über 18
 
Die aktuelle Kinder- und Jugendhilfe-Statistik zeigt unter anderem erhebliche Unterschiede bei der Hilfe für junge Erwachsene auf: Während in einigen Bundesländern die Betreuung bei Bedarf verlängert
wird, müssen in anderen Bundesländern junge Menschen an ihrem 18. Geburtstag aus der Wohngruppe ausziehen – und von einem Tag auf den anderen selbstständig sein. „Diesen Absprung schaffen viele nicht,
das wissen wir aus unserer täglichen Arbeit“, sagt Maurer-Aldrian.
 

SOS-Kinderdorf fordert daher eine bundesweite einheitliche Regelung bei „18plus“. „Familienministerin Sophie Karmasin hat uns hier bereits vor Jahren Unterstützung zugesagt, passiert ist seither nichts“, kritisiert Maurer-Aldrian.
 
Auch bei der Betreuung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen müsse es endlich einheitliche Standards geben. „Da gibt es zum Teil dramatische Unterschiede in den einzelnen Bundesländern – ein
untragbarer Zustand.“ 
 

Rückfragen: SOS-Kinderdorf/Presse, martina.stemmer@sos-kinderdorf.at, T.: 0676 / 881 444 243

 

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