Nationalratswahl 2019 – 16.09.19

SOS-Kinderdorf an Parteien: Kinder gehören gehört

Im Vorfeld der Nationalratswahl wendet sich SOS-Kinderdorf mit einem Katalog kinderpolitischer Anliegen an die Parteispitzen.

Kinder dürfen selbst nicht wählen, also kann man mit ihren Anliegen schwer auf Stimmenfang gehen. Wir wollen sicherstellen, dass ihre Interessen dennoch in der politischen Diskussion vertreten sind“, sagt Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf anlässlich der bevorstehenden Nationalratswahl. „Auf Wahlplakaten schmücken sich Politikerinnen und Politiker gerne mit Kindern. Doch kinder- und jungendpolitische Themen kommen im Wahlkampf - und leider auch in der Realpolitik - eher als Randbemerkungen vor.“

SOS-Kinderdorf setzt sich daher gerade vor der anstehenden Nationalratswahl dafür ein, dass die Anliegen von Kindern und Jugendlichen Gehör finden und wendet sich mit einem Vorschlagskatalog kinder- und jugendpolitischer Maßnahmen an die Parteivorsitzenden und damit an die zukünftigen Regierungsverantwortlichen. Die Vorschläge sind auch unter www.sos-kinderdorf.at/forderungen_wahl_2019 veröffentlicht.

„Kinderrechte müssen bei politischen Entscheidungen immer berücksichtigt werden. Das findet in der Praxis derzeit leider nur sehr bruchstückhaft statt“, so Moser. SOS-Kinderdorf fordert deshalb einen erweiterten Jugend-Check für alle Gesetzesentwürfe der Regierung: Jeder Entwurf soll von einer unabhängigen Stelle hinsichtlich seiner Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche geprüft werden. „Zudem bedarf es dringend eines Nationalen Aktionsplans, um die kinderrechtliche Situation in unserem Land zu evaluieren und Maßnahmen zu einer Weiterentwicklung zu ergreifen“, so Moser.
 

Ungleichbehandlungen stoppen

SOS-Kinderdorf fordert außerdem gleiche Chancen für alle Kinder, die in Österreich leben: „Ungleichbehandlungen von geflüchteten Kindern und Jugendlichen sind zu stoppen  - sei es im Schulsystem, in der Lehrausbildung oder in der Betreuung durch die Grundversorgung.“

Weitere Themen, die man dringend angehen müsste, seien etwa österreichweit einheitliche Qualitätsstandards in der Kinder- und Jugendhilfe zu schaffen, den Ausbau eines flächendeckenden Angebots an kostenloser Elternbildung voranzutreiben und Kinderarmut in Österreich mit aller Kraft zu bekämpfen.

Nach der Nationalratswahl am 29. September beginnen die Gespräche zur Bildung einer neuen, österreichischen Bundesregierung und ein neues Regierungsprogramm wird erarbeitet. SOS Kinderdorf steht bereit, um die künftige Regierung in kinder- und jugendpolitischen Themen mit seiner langjährigen Erfahrung und Expertise zu unterstützen. „Wir erwarten uns von der künftigen Regierung, dass sie verantwortungsvoll mit den Interessen von Kindern umgeht und dass sich diese Haltung auch im nächsten Regierungsprogramm niederschlagen wird “, so Moser abschließend.

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