21. April 2017 | Flüchtlingsarbeit

Ein Jahr Flüchtlingsarbeit von SOS-Kinderdorf in Vorarlberg

SOS-Kinderdorf zieht Bilanz: 16 Plätze voll

Alles begann vor knapp 70 Jahren. Damals noch mit 40 Kriegswaisen. Als der Vorarlberger Hermann Gmeiner beschloss, sich dem Elend der Kinder anzunehmen und 1949 das erste SOS-Kinderdorf in Imst gründete. Damals wie heute geht es darum, Kinder, die durch Krieg in Not geraten waren, zu helfen. In diesem Sinne hat SOS-Kinderdorf Vorarlberg vor einem Jahr das Betreute Außenwohnen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gestartet: Hier werden sie durch geschulte BetreuerInnen auf dem Weg in die Selbständigkeit und bei der sozialen Integration begleitet. 
 

Start mit März 2016

Aufgrund der brisanten Flüchtlingssituation hat SOS Kinderdorf in Vorarlberg entschieden, sich hier zu engagieren und altersgerechte Betreuungsangebote umzusetzen. Seit Februar 2016 betreut SOS-Kinderdorf nun junge Flüchtlinge mit ausgebildetem Fachpersonal. Dabei werden kleine Wohneinheiten bevorzugt, um die Integration der jungen Menschen zu begünstigen.

„Ich habe in der Schule und beim Sport schon viele neue Freunde gefunden“ erzählt ein junger Mitbewohner der neuen Einrichtung. Im Betreuten Außenwohnen bekommen die jungen Flüchtlinge alle nötige Unterstützung, leben aber bereits zum größten Teil selbstverantwortlich, einzeln oder zu zweit in angemieteten Wohnungen. Inhalt, Zeit und Ausmaß der Betreuung werden gemeinsam mit den SOS-Kinderdorf MitarbeiterInnen vereinbart.

„Die Arbeit mit den Jugendlichen ist geprägt durch eine hohe Sensibilität für die verschiedenen Kulturen, Traumatisierungen und persönlichen Erlebnisse.“, beschreibt Jacqueline Oberauer ihre persönlichen Eindrücke. Oberauer ist pädagogische Leiterin des Betreuten Außenwohnens und ist derzeit für 6 MitarbeiterInnen und 25 Jugendliche im Alter zwischen 16 und maximal 21 Jahren verantwortlich.
 

Erfreuliche Bilanz nach einem Jahr

Alle 16 vom Land bewilligten Plätze sind voll. Sowohl Oberauer als auch Kinderdorfleiter Gerd Konklewski, berichten über die gute Zusammenarbeit mit dem Land Vorarlberg, der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe und der Bezirkshauptmannschaft. „Auch zu anderen Einrichtungen bestehen gute Kontakte“ betont Konklewski, „Wir haben ein großartiges Team und auch die Jugendlichen sind motiviert, besuchen regelmäßig Deutschkurse und Sportvereine.“
 

Über das betreute Außenwohnen in die Selbständigkeit

Die angemieteten Wohnungen bieten ein breites Experimentierfeld für die Jugendlichen hin zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung. Pädagogische Fachkräfte unterstützen sie im Alltag, stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite, notfalls auch am Wochenende. Wichtige Themen in der Betreuung sind Schule, Berufsschule, Ausbildung, Verträge, Finanzen, Alltagsbewältigung, selbstständiges Wohnen und Zusammenleben mit Nachbarn. Das umfassende Betreuungsziel ist die Verselbständigung der Jugendlichen und ihre soziale Integration. Eine professionelle und wertschätzende Haltung durch das Betreuungspersonal schafft emotionalen Rückhalt und bringt Stabilität.
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