Syrien

Zwei SOS-Kinderdörfer bieten ein langfristiges Zuhause. Nothilfe und Kinderschutzzentren in Damaskus, Tartous und Aleppo.
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6 Jahre Krieg und Terror


Lokalaugenschein von SOS-Kinderdorf in Damaskus und Aleppo - Nothilfechef von SOS-Kinderdorf International, Andreas Papp, hat Hilfsprojekte in Aleppo und Damaskus besucht und schildert seine Eindrücke.

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Langfristige Hilfe: Das neue SOS-Kinderdorf in Damaskus


Die Kinder, die in den vergangenen Monaten in Übergangsheimen lebten, haben nun ein friedliches und liebevolles Zuhause im neuen SOS-Kinderdorf Saboura gefunden. SOS-Kinderdorf verdoppelt damit die Kapazitäten für schwer traumatisierte Kinder in dem kriegsgeschüttelten Land. Aus reiner Nothilfe kann endlich verlässliche, langfristige Hilfe werden.

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Fragen & Antworten

Ghufran Awera, der Dorfleiter des neuen SOS-Kinderdorfs in Saboura antwortet auf die wichtigsten Fragen:

Das erste SOS-Kinderdorf wurde vor 30 Jahren gegründet. Nachdem dort seit dem Jahr 2012 die Familien nach der Evakuierung des SOS-Kinderdorfs Aleppo untergebracht sind, platzt es aus allen Nähten.

Zusätzlich möchten wir Kindern, die in den Übergangsheimen leben und die Suche nach Angehörigen erfolglos blieb, eine stabile und langfristige Betreuung in einer SOS-Kinderdorf-Familie bieten.

Das neue SOS-Kinderdorf liegt im Südwesten Damaskus, 16 km vom Stadtzentrum entfernt, nahe der Grenze zum Libanon. Diese Region gilt als sehr sicher.

Wir setzen alles daran die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten, egal ob im SOS-Kinderdorf oder sonst wo. Ihre Sicherheit ist für uns das Allerwichtigste.

Wir haben Notfallpläne ausgearbeitet: Ein Beispiel ist die Evakuierung des SOS-Kinderdorfs in Aleppo im September 2012. Die unsichere Lage machte eine Evakuierung notwendig. Wir brachten die Familien sicher nach Damaskus. Im September 2016 entschieden wir uns aufgrund von immer näher rückenden Kampfhandlungen auch das Dorf in Damaskus zu verlassen. Unser Gefühl war richtig, denn wenige Tage später schlug eine Granate auf dem Gelände ein.

Eine Ferienanlage, die wegen des Krieges nie den Betrieb aufnahm, wurde erworben und umfassend adaptiert. Es gibt zehn Familien-Appartements, jeweils für eine SOS-Kinderdorf-Mutter, eine Familienhelferin und acht Kinder. Zusätzlich gibt es Gruppen- und Therapieräume sowie ausreichend Spiel- und Bewegungsflächen auch im Grünen.

Ja. Es gibt gleich drei Schulen und zwei Kindergärten im Umkreis von einem Kilometer. Die ersten Kinder, die von den Übergangsheimen zu uns kamen, gehen dort schon länger in die Schule.

Es ist ein Ort, den sie ihr Zuhause nennen können. Die Gegend ist nicht zerbombt, es gibt Grünflächen zum Spielen und vor allem haben sie wieder eine Familie. Ich wünschte, alle Waisenkinder könnten so ein Zuhause bekommen.

80 Kinder finden im neuen SOS-Kinderdorf in Saboura in Damaskus ein liebevolles Zuhause. In einer Familie leben acht Kinder zusammen.
Die Kinder, die bisher in Übergangsheimen gelebt haben, finden im SOS-Kinderdorf eine stabile und langfristige Betreuung.

SOS-Nothilfe in den Kriegsgebieten

  • Schutz und Betreuung für Kriegswaisen: unbegleitete Kinder und Kriegswaisen finden im neuen SOS-Kinderdorf Saboura in Damaskus ein neues und friedvolles Zuhause.

  • Drei SOS-Kindertagesstätten und ein mobiles SOS-Team geben den Flüchtlingskindern wieder Halt.

  • SOS-Kinderdorf ermöglicht aus den syrischen Kriegsgebieten geflüchteten Kindern den Schulbesuch: etwa 16.000 Kinder wurden bisher mit Schultaschen, Büchern und Lernutensilien versorgt. 600 Kinder erhalten Nahe Aleppo einen prohisorischen Schulunterricht.
 

Child Friendly Spaces in Syrien

Im Februar 2017 hat das SOS-Kinderdorf einen “Child Friendly Space” in der Nähe von Aleppo eröffnet, wo Kinder in einem geschützten Umfeld spielen, musizieren und malen können und dabei psychologisch betreut werden. Hier finden die Kinder Halt und können ein Stück weit wieder Kind sein.

Der zuvor eröffnete Child Friendly Space, der sich direkt in Aleppo befand, musste aufgrund der schweren Kämpfe im April 2016 geschlossen werden.

Die Kinderschutzzone am Rande der Stadt besteht aus zwei Räumlichkeiten die in 4 Bereiche unterteilt sind: Film und Musik, Malen und Bewusstseinsbildung, körperliche Aktivitäten und einen Bereich für Kinder unter sechs Jahren. Die Räume sind mit Spielsachen, Instrumenten, Tischen, Stühlen und Strom ausgestattet.

Seit dem Beginn haben mehr als 2300 Kinder im Child Friendly Space gespielt, gelacht und den Kriegsalltag für ein paar Stunden ausgeblendet.

SOS Syrien bietet außerdem noch Kinderschutzzonen in der Nähe der Küstenstadt Tartous sowie emotionale und psychologische Betreuung für geflüchtete Familien in der Region.
Ein SOS-Kinderdorf-Helfer erklärt Kindern, wie sie Selbstvertrauen durch Körpersprache und Stimme ausdrücken können.
Die Kinder beteiligen sich an pädagogischen Aktivitäten.
 

SOS-Kinderdorf in Syrien

SOS-Kinderdorf ist seit über 30 Jahren in Syrien aktiv. Drei SOS-Kinderdörfer, eines davon im neu eröffneten SOS-Kinderdorf in Damaskus, zwei Jugendeinrichtungen und ein SOS-Sozialzentrum bilden die Basis unserer Arbeit um direkt vor Ort schnell und effektiv arbeiten zu können.

Einsatzgebiete sind Damaskus und Umgebung, die Region um Aleppo und die Küstenstadt Latakia. "Wir konzentrieren uns vor allem auf die Grundversorgung, die psychologische Begleitung und den Schutz von Kindern, die mit ihren Familien unter schwierigsten Bedingungen in Notquartieren leben," erklärt Khaled Safadi, Koordinator der Nothilfe von SOS-Kinderdorf in Syrien. Bisher konnten rund 300.000 Menschen erreicht werden.

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