Interview mit Helmut Kutin

Selbst in einem SOS-Kinderdorf aufgewachsen, ist Helmut Kutin seit 1985 Präsident von SOS-Kinderdorf International.

Helmut KutinSOS-Präsident Helmut Kutin verfolgt ein großes Ziel: "Bis 2016 wollen wir einer Million Kindern helfen".

Wann wurde das Patenprogramm für die internationalen SOS-Kinderdörfer begonnen und welche Bedeutung hat es im Laufe der Jahre gewonnen?

Seit den Fünfzigerjahren unterstützen Paten Kinder in den SOS-Kinderdörfern. Die Bedeutung von Patenschaften hat seitdem stetig zugenommen; sie sind unverzichtbar, um die Versorgung der Kinder sicher zu stellen. Das langfristige und verlässliche Engagement der Paten ist deshalb besonders wertvoll.

Was geschieht konkret mit den Beiträgen der SOS-Paten?

Mit dem Patenbeitrag wird alles finanziert, was die Kindern im SOS-Kinderdorf brauchen. Dazu gehört Nahrung und Kleidung ebenso wie Ausbildung und die Betreuung durch die SOS-Mütter und pädagogisch oder psychologisch ausgebildete Fachleute. Die Patenbeiträge sind zweckgebunden. Vereinfacht kann man sagen, dass die Patenschaftsbeiträge in den Unterhalt der Kinder im SOS-Kinderdorf fließen. Das Geld wird für das jeweilige SOS-Dorf und dessen Zusatzeinrichtungen - SOS-Schulen und SOS-Ausbildungszentren – verwendet.

Wie wirkt sich derzeit die weltweite Explosion der Nahrungsmittel- und Energiepreise auf die internationalen SOS-Kinderdörfer aus?

SOS-Kinderdorf-Familien müssen bereits seit einiger Zeit anders haushalten, um die hohen Preise für Lebensmittel an anderer Stelle auszugleichen. Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation wird der Preis für Nahrungsmittelimporte im Jahr 2008 um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ansteigen. Nach ersten Berechnungen müssen wir von einer durchschnittlichen Erhöhung des gesamten Fördererbedarfes aller SOS-Kinderdörfer von fünf Prozent allein in diesem Jahr ausgehen. Das ist eine Steigerung, die uns vor eine Herausforderung stellt, wenn man das umrechnet auf über 70.000 Kinder, die in unseren Dörfern leben. Darum bitten wir nun um die Mithilfe vieler neuer Paten.

Können Sie sich an eine Begegnung mit einem Kind in einem SOS-Kinderdorf erinnern, die Sie besonders berührt hat?

Tief berührt hat mich die Begegnung mit dem Mädchen Viviane aus Ruanda. Sie erzählte mir, wie sie als Neunjährige zur Zeit des Völkermordes an den Tutsi 1994 in Kigali in eine Straßensperre lief. Sie versuchte Angriffe von hinten abzuwehren, indem sie ihre Hände schützend vor ihren Nacken hielt. Eine Hand wurde ihr abgeschlagen. Blutüberströmt überlebte das Mädchen den brutalen Angriff und wurde im SOS-Kinderdorf aufgenommen. Heute lebt sie ein weitgehend normales Leben. Sie trägt eine Prothese und studiert in Kigali.
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