SOS-Lebenswege

Hindernisse überwinden

Geeta ist im SOS-Kinderdorf Jorpati in Nepal aufgewachsen. Seit einer Rückenmarkverletzung im Kleinkindalter sitzt Geeta im Rollstuhl. Heute setzt sie sich für die Rechte von Menschen mit Behinderung in Nepal ein. 

Für Menschen mit Behinderung bedeutet das Leben in Nepals Städten eine tägliche Herausforderung. Der Zugang zu öffentlichen Gebäuden, Verkehrsmitteln und dem Arbeitsmarkt ist stark limitiert und dadurch auch die Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben. Doch langsam verändert sich etwas und die Situation für die geschätzt 500.000 nepalesischen Bürger*innen mit Behinderung beginnt sich zu verbessern. Nicht zuletzt dank dem Einsatz einer engagierten jungen Frau, die in einem SOS-Kinderdorf in Nepal aufgewachsen ist: Geeta Limbu.

 

Geeta ist 32 Jahre alt und arbeitet als Beraterin im Independent Living Center (ILC) in Lalitpur, einem Vorort von Kathmandu. Die Organisation unterstützt Menschen mit Behinderung dabei ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Verbesserungen für Menschen mit Behinderung

"Das Leben ist schwierig für Menschen mit Behinderung in einem Entwicklungsland wie Nepal", sagt Geeta. "Es gibt so viele Hindernisse. Wir haben keine Jobsicherheit, keine öffentliche Unterstützung, wir haben nichts. Aber wir können Dinge verbessern!" Geeta selbst musste ebenfalls bereits viele Hindernisse überwinden um dahin zu kommen, wo sie heute ist. Wie Geeta nutzen alle Mitarbeiter*innen bei ILC einen Rollstuhl.

 

Die Organisation unterstützt auch Eltern von Kindern mit Behinderungen und setzt sich für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein. Vor Kurzem konnten sie mit einer Kampagne ein das System von persönlicher Assistenz verbessern. Durch einen Gesetzeszusatz werden persönliche Assistent*innen in Zukunft mehr berufliche Anerkennung erfahren.
 

"Im Moment werden die meisten Menschen mit Behinderung in Nepal von ihren Familien betreut, oder leben in Institutionen. Doch wir haben uns dafür stark gemacht, dass Menschen mit der Hilfe einer persönlichen Assistenz unabhängiger leben können", sagt Geeta. Die aktuelle Initiative von ILC zielt darauf ab, Lalitpur zur Vorzeige-Stadt für Menschen mit Behinderung zu etablieren. Geeta und das Team arbeiten gemeinsam mit dem Bürgermeister daran, Gehwege und öffentliche Transportmittel  für Rollstuhlfahrer*innen zugänglich zu machen.

Geeta erzählt in diesem Video ihre Geschichte!

 Aufwachsen in Jorpati

Als Geeta zwei Jahre alt war, kam sie in das SOS-Kinderdorf in Jorpati. Ihr Rückenmark wurde bei einem Erdbeben im Jahr 1988 verletzt. Sie weiß nicht, was mit ihren Eltern passiert ist. "Wenn ich nicht ins SOS-Kinderdorf gekommen wäre, hätte ich vielleicht nicht überlebt. Denn ich war ein Kind mit einer schwerwiegenden Behinderung", sagt Geeta. "Ich konnte nicht für mich selbst sorgen. Meine SOS-Kinderdorf Mutter gab mir so viel Liebe. Sie hat mir ein liebevolles und glückliches Aufwachsen ermöglicht." Mit 16 Jahren zog Geeta um in eine Jugendeinrichtung von SOS-Kinderdorf. Sie machte ihren Schulabschluss und studierte Soziologie an der Universität von Kathmandu.

Das SOS-Kinderdorf Jorpati wurde 1981 eröffnet, um Kindern mit Behinderungen besondere Betreuung, Behandlung und Unterstützung bei der Entwicklung zu bieten. In der Anfangsphase wurden 24 Kinder von drei Müttern in drei Familienhäusern familiär betreut. Mittlerweile wachsen mehr als 40 Kinder und 30 Jugendliche in vier Familienhäusern und zwei Jugendeinrichtungen auf.

Der Jobeinstieg war schwierig

Nach ihrem Universitätsabschluss jedoch war der Jobeinstieg eine große Herausforderung für Geeta. "An einem Punkt in dieser Phase ging es mir sehr schlecht. Ich dachte, ich würde niemals etwas Sinnvolles tun können. All meine Studien wären umsonst gewesen. Ich hörte auf, auszugehen und vergrub mich."

 

Ein Jugendarbeiter von SOS-Kinderdorf hat Geeta bei ihrer Suche nach Arbeit unterstützt und sie bei Interviews begleitet. Schließlich fand sie ihre jetztige Position beim Independent Living Center.

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