Youth in Care for Europe Workshop

Youth in Care for Europe Workshop

17.03.2015 - Unsere Advocacy-Mitarbeiterin Katharina war beim Youth in Care for Europe Workshop mit dabei. Sie erzählt uns was es mit Kinderrechten und Liebe auf sich hat und wie Trommelklänge für Veränderung sorgen.

Ready for action

Auch Helmut Kutin, Präsident von SOS-Kinderdorf Österreich besuchte den Workshop.
Es ist Donnerstagnachmittag. Ich muss noch schnell die Willkommensgeschenke fertig packen, Kekse kaufen und den Raum vorbereiten. Was ist, wenn die Jugendlichen den Zug verpassen oder der Flieger nicht gestartet ist? Was ist, wenn jemand krank geworden ist? Viele Sorgen gingen mir an diesem Donnerstag durch den Kopf, viele Dinge musste ich noch organisieren, bis die TeilnehmerInnen am Abend ankommen. Als um 14:00 Uhr die ersten Jugendlichen anreisten, steckte ich noch mitten in den Vorbereitungen. Dies sehend, fragten mich die ersten Jugendlichen: „Können wir dir beim Vorbereiten helfen?“ – und  schon war das Eis gebrochen bevor es eigentlich überhaupt jemals da war.

 
 
 

Kinderrechte und Beteiligung

Partizipation als wichtiges Stichwort: Kinder und Jugendliche sind gefragt
Im Laufe des Nachmittags erreichten dann auch die anderen Jugendlichen die Hermann Gmeiner Akademie. Um 18:00 Uhr waren wir komplett. Jugendliche und MitarbeiterInnen aus Luxemburg, Albanien, Deutschland, Kroatien, Norwegen, Österreich und Griechenland. Der Workshop konnte beginnen. Meine Kollegin Elisabeth Schaffelhofer nutzte die nächsten eineinhalb Tage um den Jugendlichen das Thema „Kinderrechte und Beteiligung“ näher zu bringen. Während einige Jugendliche die Möglichkeit nutzten ihr Wissen über Kinderrechte aufzufrischen, war es für andere wiederum eine Überraschung, dass in der Kinderrechtskonvention wirklich das Wort „Liebe“ auftaucht.

Gleich gleicher ungleich?

Der Samstag stand ganz im Sinne unseres Kernthemas: „Ungleichheiten“. Meine Kollegin Raluca Slamnescu Verweijen lud die Jugendlichen ein, sich intensiv mit dem Thema Ungleichheiten in Europa zu befassen. Im Zentrum der Diskussion standen sowohl die Identifizierung von Ungleichheiten, als auch die Visionen der Jugendlichen diese Ungleichheiten zu reduzieren. Schnell stand fest, wie facettenreich die Palette der Ungleichheiten ist: die Diskrepanz zwischen Arm und Reich, Diskriminierung in der Schule, Arbeitslosigkeit, Vorurteile, Ausgrenzung – dies sowohl innerhalb der einzelnen Länder, als auch zwischen den Ländern:

„Ihr müsst in Luxemburg  in 13 Fächern geprüft werden? Echt? Bei uns sind es nur vier“. „Bei uns kann kein Kind sitzenbleiben, denn unsere Gesellschaft akzeptiert keine Systeme die einem zeigen, dass jemand besser ist als der andere“. „Serbische Kinder werden bei uns immer ausgeschlossen und gemobbt, denn schon die Großeltern vermitteln einem das die Serben Schuld am Krieg haben und so wachsen Kinder mit diesem „Hass“ auf“. „Wenn ich auf das Arbeitsamt gehe, nimmt man mich nicht ernst. Die sind immer ganz arrogant und denken ich will sowieso nicht arbeiten“.

Dies sind nur einige Zitate der Jugendlichen, aber sie zeigen wie vielfältig das Thema in Europa ist und es zeigt wie wichtig es ist das große Wort „Ungleichheit“ aufzubrechen und zu schauen, was dahinter steckt. Eine Jugendliche aus Albanien hat auf ihre Karte etwas geschrieben, was am Ende dann doch alle vereint: “Once someone from society finds out that you live in an institution, they put you a name: Orphan”

We drum for change

Heiße Rythmen und ein Gefühl von Zusammengehörigkeit biem Drum Circle

Der Sonntag startete mit einer Drum Session, die meine Kollegin Sissel Aarak aus Norwegen sehr schön kommentiert hat: „We drum for change“. 30 Minuten lang haben die Jugendlichen gemeinsam getrommelt und so noch einmal das Gefühl der Zusammengehörigkeit spüren können. Dann ging alles ganz schnell: Notizbücher wollten mit persönlichen Widmungen gefüllt werden, Abschlussworte wollten noch gesprochen werden und Umarmungen wollten noch verteilt werden.


Aber dies soll nicht das Ende sein – es wird weiter gehen. Das Jahr 2015 (immerhin das Jahr der europäischen Entwicklung) wird uns sicherlich noch die eine oder andere Möglichkeit geben sich wieder zu treffen und auszutauschen. Der erste Jugendliche legte uns hierfür bereits einen sehr guten Grundstein: Noch am gleichen Abend gründete er auf Facebook die Gruppe „Youth in Care for Europe“, zu der er uns alle einlud.
 
/* pageName= Youth in Care for Europe Workshop pagePrefix= breadCrumb=Aktuelles / Youth in Care for Europe Workshop mainDomain=sos-kinderdorf.at langIdentifier=AT,de */