Valentinstag – 14.02.19

Aus drei wird acht

Rowena und Rudolf haben sich bei der Familienintensivbegleitung im SOS-Kinderdorf kennen- und lieben gelernt.

"Ich wollte meine Kinder nicht verlieren!“, erzählt uns Rowena. Das war die Hauptmotivation, dem Rat ihrer damaligen Sozialarbeiterin zu folgen und zwei Jahre Familienintensivbegleitung mit ihren zwei Kindern und ihrem Mann im SOS-Kinderdorf Stübing in Anspruch zu nehmen.

Die Familienintensivbegleitung ist ein Angebot für Familien in akut oder chronisch schwierigen Lebenssituationen, wenn eine mobile Unterstützung nicht ausreicht. Bis zu zwei Jahre lang bezieht die Familie dann eine Mietwohnung direkt im SOS-Kinderdorf, wo sie in das ganze Betreuungssystem intensiv eingebunden und integriert wird.


Das wird sich anfühlen wie im Gefängnis

Rowena

 

Die Barriere ins SOS-Kinderdorf zu ziehen, war zunächst sehr groß. Rowena konnte sich das überhaupt nicht vorstellen. "Ich hab nur gedacht, oh mein Gott, das wird sich anfühlen wie im Gefängnis“. Mit großen Beziehungsproblemen kam sie schon ins SOS-Kinderdorf und dort eskalierte das Ganze: „Als mein damaliger Partner und Vater meiner Kinder ein Feuerzeug auf ein Nachbarkind geschmissen hat, war es endgültig aus. Das konnte ich nicht dulden!"

Unter Rowena wohnte Rudolf, ein Alleinerziehender Papa von drei kleinen Buben. Auch er nahm mit seinen Kindern die Familienintensivbegleitung in Anspruch. Rudolf hatte ein Ohr für Rowenas Sorgen und Probleme. Und schließlich entwickelte sich aus der Nachbarschaft eine Freundschaft und aus der Freundschaft eine Liebe.

 

Rowena, Rudolf und die Familie. Foto SOS-Kinderdorf Archiv

 

Aus drei wird acht

Im vergangenen Sommer fiel das große JA-Wort. Ein bunter Hochzeitskonvoi rollte durch das SOS-Kinderdorf Stübing. "Uns verbindet ein gleiches Schicksal, Durchhaltevermögen und das tägliche Leben mit den Kindern. Wir lieben unsere Kinder. Und uns verbindet auch der gemeinsame Ehrgeiz, das Zusammenleben in einer Patchworkfamilie immer eine Spur perfekter zu machen.“

Zärtlich streichelt Rowena über ihren Bauch. Im Sommer kommt Nachwuchs. Übrigens, die Vorstellung, vom SOS-Kinderdorf und Gefängnis hat sich in Luft aufgelöst. "Eigentlich würden wir am liebsten wieder ins SOS-Kinderdorf einziehen. Die liebevolle Umgebung, das gesamte System, die Betreuer und guten Gespräche, das hat uns schon getaugt und war echt eine Bereicherung."

Wir wünschen der Familie alles Gute auf ihrem weiteren Lebensweg, den sie nun ohne Unterstützung von SOS-Kinderdorf problemlos meistern. Die Verbindung nach Stübing bleibt erhalten - zumindest einmal im Jahr, an ihrem Hochzeitstag.

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