World Humanitarian Day

2018 wurden 12.000 Kinder getötet und verletzt, Tausende entführt und rekrutiert, Hunderttausende schwerst traumatisiert. Wir fordern mehr Schutz und intensive psycholgische Betreuung für Kinder in Konfliktregionen.

Seit die Vereinten Nationen schwerste Menschenrechtsverletzungen gegen Kinder systematisch untersuchen, sind noch nie so viele Kinder und Jugendliche getötet oder verletzt worden. Das geht aus dem Anfang August veröffentlichten Bericht des UN-Generalsekretärs über Kinder in Konflikten hervor.

Die meisten Kinder wurden in

Afghanistan (3.062),
Syrien (1.854) und
Jemen (1.698)

getötet oder verwundet. Das sind die geprüften Fälle.
Die tatsächliche Zahl dürfte viel höher sein.

Und die Meldungen der letzten Wochen über getötete und verletzte Kinder in Syrien, Jemen und Sudan, zeigen, dass sich das Leid der Kinder in Kriegs- und Konfliktgebieten 2019 fortsetzt.

Nach dem verheerenden Zyklon Idai im März dieses Jahres leistet SOS-Kinderdorf sofort Nothilfe in Mosambik und Malawi. (Foto: SOS-Archiv

Hilfe für verwundete Kinderseelen ...

Kinder sind nicht nur selbst Opfer von Gewalt, sie müssen oft schreckliche Dinge mitansehen und sind davon schwer traumatisiert. Diese Kinder brauchen spezielle Hilfe und Betreuung, sagt Teresa Ngigi, die als Expertin für SOS-Kinderdorf in vielen Konfliktregionen unterwegs ist und dabei sehr viel an Leid sieht. Trotz 20jähriger Erfahrung als Psychiaterin zählt das, was Kinder in Syrien an Gewalt und Gräueltaten miterleben mussten, zum Schlimmsten, was sie bislang sah und hörte, so Ngigi.

... durch gut ausgebildete heimische BetreuerInnen

Teresa Ngigi schult SOS-Kinderdorf-MitarbeiterInnen und SozialarbeiterInnen für die spezifischen Bedürfnisse traumatisierter Kinder. Es braucht dafür fähige und engagierte heimische MitarbeiterInnen, die vor Ort sind und bleiben, die die Situation kennen und darauf vorbereitet sind. Das ist für Ngigi der erste und wichtigste Schritt, solche Menschen zu finden. Denn Kinder brauchen Stabilität, Sicherheit und Berechenbarkeit - elementare Bedürfnisse, die in Konflikt- und Kriegsregionen wegfallen.

Teresa Ngigi war in Ruanda, Somalia, Sierra Leone und Mosambik unterwegs. Derzeit pendelt sie zwischen Syrien, Libanon und Italien. (Foto:SOS-Archiv)

2018 leistete SOS-Kinderdorf humanitäre Einsätze und Nothilfe in 25 Ländern

Neben rascher Nothilfe und Grundversorgung inkl. medizinischer Betreuung sind die Schwerpunkte: Übergangsunterkünfte für Kinder und Suche nach Angehörigen, um Kinder wieder mit ihren Familien zusammenzuführen; Child friendly spaces, wo Kinder in Schutz und Sicherheit wieder so etwas wie einen normalen Alltag erleben dürfen; psychologische Unterstützung und schulische Angebote.

Child friendly spaces als „heilende“ Umgebung für Kinder

Die "kinderfreundlichen Zentren" sind für Teresa Ngigi auch eine gute Basis für die Bewältigung von Traumata. Es sind sichere Orte mit ausgebildeten Pflegekräften, wo Kinder sich auf vielfältige Weise ausdrücken und so traumatische Erlebnisse aufarbeiten können. Kinder tun das oft ohne Worte, durch Zeichnen, Singen, Tanzen und vielem mehr. Für Ngigi ist es auch wichtig, dass Eltern an den Aktivitäten teilnehmen, weil sie vom Heilungsprozess ihrer Kinder genauso profitieren.

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