SOS-Kinderdorf-Mutter – 11. Mai 2018

Ein Leben mit Kindern als Traumberuf

Andrea Kamir über ihre Entscheidung als SOS-Kinderdorf-Mutter zu arbeiten.

Mein Name ist Andrea Kamir, ich bin 34 Jahre alt und habe seit Februar 2018 vier Kinder. Ich bin SOS-Kinderdorf-Mutter in Hinterbrühl in Niederösterreich. Das ist mein Beruf und gleichzeitig eine besondere Lebensform.

Zuerst kam der Bürojob und dann der Wunsch mit Kindern zu arbeiten.

Ich wusste schon ganz früh, dass ich beruflich einmal mit Kindern arbeiten möchte. Ich habe eine Ausbildung als Kindergartenpädagogin gemacht. Habe aber dann nicht begonnen in diesem Bereich zu arbeiten, sondern habe erstmal studiert und für sechs Jahre in einem Bürojob gearbeitet. Und dann kam ein Punkt in meinem Leben, wo ich mir sagte: „Mein Chef ist toll, ebenso wie meine Kollegen und meine Aufgaben. Auch das Gehalt stimmt, aber dieser Job erfüllt mich trotzdem nicht.“ Ab da beschäftigte ich mich wieder mit dem Gedanken, mit Kindern zu arbeiten.

Älter und mit mehr Lebenserfahrung war mit klar, dass ich gerne einen Beruf ausüben möchte, bei dem ich sehr viel Zeit für Kinder habe und sie auch bis zur Selbstständigkeit begleiteten kann. So habe ich mich dazu entschieden SOS-Kinderdorf-Mutter zu werden.

Intensives Auswahlverfahren

Seither sind nun schon über drei Jahre vergangen. Denn es braucht Einiges, um als SOS-Kinderdorf-Mutter arbeiten zu können. Am Anfang steht ein sehr intensives Bewerbungs- bzw. Auswahlverfahren. Es ist ein Sozialberuf, der viele Anforderungen hat.

Um die Voraussetzungen zu erfüllen, musste ich außerdem eine Ausbildung als Sozialpädagogin absolvieren. Bevor man als SOS-Kinderdorf-Mutter aktiv werden kann, muss man schließlich mindestens ein Jahr in einer SOS-Kinderdorf-Familie als Pädagogin mitgearbeitet haben und im Alltag Erfahrungen gemeinsam mit einer aktiven SOS-Kinderdorf-Mutter machen.

 

Andrea arbeitete zuerst bei SOS-Kinderdorf-Mutter Esther, ehe sie selbst zur SOS-Kinderdorf-Mutter wurde.

Unter anderem habe ich dafür einige Monate in der Familie von Esther gearbeitet. Sie ist mit 29 Jahren die jüngste SOS-Kinderdorf-Mutter in Österreich. Seit rund zwei Jahren ist sie SOS-Kinderdorf-Mutter in einer Familie mit fünf Kindern im alter zwischen drei und zehn Jahren.

Ich habe in der Zusammenarbeit mit ihr wichtige Erfahrungen gemacht und viel gelernt. Natürlich geht es da viel um Fachliches und darum, wie eine SOS-Kinderdorf-Familie und ein gesamtes SOS-Kinderdorf mit allen Unterstützungssystemen funktionieren. Wichtig war aber genauso die persönliche Ebene, zu sehen, wie es einer jungen SOS-Kinderdorf-Mutter in ihren ersten Berufsjahren mit vielen schönen Erlebnissen, aber auch vielen Herausforderungen geht.

Bevor ich schließlich im Dezember so richtig mit Sack und Pack in das Haus Hamburger in der Hinterbrühl eingezogen bin, gab es noch ein Abschluss- und Einstellungsgespräch. Dafür bin ich nach Innsbruck in die Zentrale von SOS-Kinderdorf gefahren und mit einem unterzeichneten Vertrag und der Berufsbezeichnung "SOS-Kinderdorf-Mutter" zurückgekommen. Allerdings war ich da noch eine SOS-Kinderdorf-Mutter ohne Kinder. Wie ich die vier Kinder kennengerlernt habe und sie bei mir eingezogen sind erzähle ich euch bald.

Andrea vor dem Haus Hamburger im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl in Niederösterreich

So sieht das Leben als SOS-Kinderdorf-Mutter oder –Vater aus.

Als SOS-Kinderdorf-Mutter oder SOS-Kinderdorf-Vater übernimmt man die Verantwortung für bis zu 5 Kinder und Jugendliche, die aus verschiedensten Gründen nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können.

Vorstellen kann man sich den Job der SOS-Kinderdorf Mutter oder des Vaters, wie das Management einer großen Patchworkfamilie. Denn der zukünftige SOS-Kinderdorf-Elternteil gründet eine SOS-Kinderdorf-Familie. Dazu gehören die Kinder, die man betreut, aber auch die eigene Familie z.B. der Partner und/oder die eigenen Kinder. Auch die Zusammenarbeit mit den leiblichen Eltern und Angehörigen der Kinder ist sehr wichtig. Die Kinder werden dabei unterstützt, stabile Beziehungen zur Herkunftsfamilie einzugehen. Auch das ist Alltag in einer SOS-Kinderdorf-Familie.

SOS-Kinderdorf-Eltern sind nicht alleine, sie arbeiten immer in einem Team mit mindestens zwei ausgebildeten (Sozial)pädagogen/innen zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen und zu vertreten. Die SOS-Familie ist außerdem immer in das SOS-Kinderdorf eingebettet, das zusätzlich Halt, Unterstützung und einen reichen Erfahrungsschatz bietet, auf den man jederzeit zurückgreifen kann.

SOS-Kinderdorf-Mutter ein Beruf, der doch ein bisschen mehr ist.

SOS-Kinderdorf-Mutter oder Vater sein ist mehr als ein Beruf, aber es bleibt dennoch einer. SOS-Kinderdorf- Eltern haben Urlaubsanspruch und werden in ihrer Freizeit vertreten. Sie begleiten Kinder bis in die Selbständigkeit oder für einen definierten Zeitraum, aber Beziehungen und Freundschaften bleiben oft noch lange darüber hinaus bestehen.

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