14. Jänner 2017

Welttag der Sozialen Gerechtigkeit

Niemand auf dieser Welt soll im Kampf gegen Armut und Ungleichheit zurückbleiben. Das ist die Grundidee, die in den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Substainable Development Goals) der Vereinten Nationen verankert ist.

Doch gerade Kinder sind von Armut und Ungleichheit betroffen: Zum Beispiel, wenn sich die Eltern aus Armut oder Krankheit nicht im vollen Ausmaß um sie kümmern können. Ein liebevolles, familiäres Umfeld, in dem Kinder Wertschätzung erfahren und in wichtigen Entscheidungen eingebunden sind, ist prägend für den weiteren Werdegang der Kinder. Die Entwicklung und Förderung der Kinder muss deshalb auch bei den Nachhaltigen Entwicklungszielen Vorrang haben und Kinder müssen von diesen Zielen besonders profitieren.

SOS-Kinderdorf trägt zu vielen dieser nachhaltigen Entwicklungszielen bei, denn "für Kinder zu sorgen bedeutet sich um Entwicklung zu kümmern." Fünf Ziele stehen im Mittelpunkt der Programme und der Strategie: Keine Armut, Hochwertig Bildung, Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, weniger Ungleichheiten sowie Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen. 
 

Der konkrete Beitrag von SOS-Kinderdorf

Armut beenden

Das Problem

Armut ist ein Schlüsselfaktor, warum Kinder die elterliche Fürsorge verlieren. Der Großteil dieser Kinder könnte tatsächlich bei seiner Herkunftsfamilie leben, wenn angemessene soziale Schutzsysteme zur Verfügung stünden.

Zu vielen alternativen Betreuungsangeboten fehlt es an Qualitätskontrollen und Kinder sind unzumutbaren Lebensbedingungen ausgesetzt und leiden an psychischen bzw. emotionalen Problemen. Kurzum - sie werden ihrer Rechte als Kinder beraubt.

So hilft SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf baut die Kapazitäten und die Widerstandsfähigkeit von Familien und Gemeinden auf, um den Teufelskreis von Armut und Ausgrenzung zu durchbrechen. Wir arbeiten mit Partnern, um Familien zu fördern und unterstützen Familien dabei, einkommensschaffende Maßnahmen ergreifen und das Haushaltseinkommen verwalten zu können.

Sofern es zum Wohl des Kindes ist, stellen wir alternative Betreuung gemäß der internationalen Richtlinien für die alternative Betreuung von Kindern zur Verfügung. Wir setzen uns für einen staatlichen Sozialschutz für gefährdete Kinder, junge Menschen und Familien auf nationaler und internationaler Ebene ein.

Das Problem

Kindern ohne elterliche Fürsorge ist der Zugang zu hochwertiger Bildung von der frühen Kindheit bis zur Hochschulbildung erschwert. In vielen Fällen liegt dies an der mangelnden wirtschaftlichen Unterstützung bzw. Hilfe durch eine erwachsene Person, die die Situation begreift und sich um die Interessen des Kindes kümmert.

In Krisensituationen als auch in Nichtkrisensituationen ist das Risiko eines Schulabbruchs für Kinder ohne elterliche Betreuung viel höher, weil sie in kindgeführten Haushalten für sich selbst bzw. für Geschwister sorgen müssen.

So hilft SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf unterstützt Kinder und junge Menschen beim Zugang zu hochwertiger Bildung – von der frühen Kindheit über die Grundschule bis zur Sekundar- und Berufsausbildung. Wir fördern Lern- und Ausbildungsprogramme, die der gesamten Gemeinde zur Verfügung stehen und unterstützen beim Erwerb von Qualifikationen und Fertigkeiten. Wir stärken die öffentliche Bildung durch Partnerschaften und Anwaltschaft. In humanitären Krisensituationen bieten unser Nothilfekitas Raum zum Lernen und Spielen.

Das Problem

Arbeitslosigkeit und unsichere bzw. schlechtbezahlte Jobs verhindern, dass Eltern ausreichend für ihre Kinder sorgen können. Beschäftigung kann das Auseinanderbrechen der Familie verhindern, besteht allerdings Mangel an leistbarer, qualitativer Kinderbetreuung kann dies aber auch zu einem Mangel an kontrollierter Kinderbetreuung führen.

Für junge Menschen, die die elterliche Fürsorge verloren haben, ist es schwierig, selbständig zu werden, da sie mit erhöhter Arbeitslosigkeit, informeller Beschäftigung, Kinderarbeit, sexueller Ausbeutung, Menschenhandel und Obdachlosigkeit konfrontiert sind.

Das Problem

Kinder und junge Menschen, die keine aufmerksame Betreuungsperson an ihrer Seite haben, die sie beschützt und leitet, können ihre Rechte weniger ausüben und es fehlen ihnen eher wichtige Informationen und der Zugang zu Gesundheit, Bildung, guter Ernährung sowie an Sozial- und Lebenskompetenz. Diese Ausgrenzung führt zu einem Teufelskreis aus Armut, gesundheitlichen Schäden und sozialer Ungleichheit.

So hilft SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf setzt sich für Politiken und Praktiken ein, die Chancengleichheit, Nichtdiskriminierung und soziale Integration für alle Kinder und jungen Menschen sicherstellt. Wir helfen Kindern, Familien und Gemeinden, den Teufelskreis aus Armut und Ausgrenzung zu durchbrechen, damit künftige Generationen aktive und gleichberechtigte Teilnehmer in der Gesellschaft sein können.

Das Problem

Gewalt ist einer der größten Risikofaktoren, dass Kinder aus ihren Familien genommen werden. Dazu kommt, dass Kinder, die von ihren Familien getrennt sind, ein höheres Risiko haben, Gewalt zu erleben.

Kindern, denen der grundlegende Schutz durch Bezugspersonen fehlt, seien es die Eltern, Angehörige der erweiterten Familie oder professionelle Betreuungspersonen sind sehr stark von Missbrauch, Vernachlässigung und Ausbeutung bedroht. Tragischerweise zieht Gewalt eine Spirale der Gewalt nach sich: Kinder, die Gewalt erleben, werden im späteren Leben eher zu Opfern oder Tätern von Gewalt.

So hilft SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf ist eine nichtpolitische, nichtkonfessionelle Organisation, die sich für den Schutz und die Sicherheit der Kinder einsetzt, indem Familien gestärkt und die Kapazitäten von professionellen Mitarbeiter/innen in der Kinderbetreuung aufgebaut werden.

Schulungen zur Erfüllung von Qualitätsstandards und zum Thema Kinderrechte zählen dabei ebenfalls zum Programm. Wir schaffen Bewusstsein für jene Faktoren, die dazu führen, dass Kinder von Gewalt bedroht sind und setzen uns für verbesserte Schutzmaßnahmen für alle Kinder ein. Wir fördern die Elternkompetenzen, vermitteln positive Methoden der Selbstdisziplin und wir schulen Betreuungspersonen, Mitglieder der Gemeinden und Kinder, Missbrauch zu erkennen und zu melden.



 

Allgemeine Ziele für nachhaltige Entwicklung

 
  • 1. Armut beenden Armut in all ihren Formen und überall beenden.
  • 2. Ernährung sichern Den Hunger beenden Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.
  • 3. Gesundes Leben für alle Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.
  • 4. Bildung für alle Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern.
  • 5. Gleichstellung der Geschlechter Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen.
  • 6. Wasser und Sanitärversorgung Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten.
  • 7. Nachhaltige und moderne Energie für alle Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern.
  • 8. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit für alle Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern.
  • 9. Widestandsfähige Infrastruktur und nachhaltige Industrialisierung Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.
  • 10. Ungleichheit verringern Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern.
  • 11. Nachhaltige Städte und Siedlungen Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten.
  • 12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern.
  • 13. Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.
  • 14. Ozeane erhalten  Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.
  • 15. Landökosysteme schützen Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen.
  • 16. Friedliche und inklusive Gesellschaften Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.
  • 17. Umsetzungsmittel und globale Partnerschaft stärken Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben füllen.
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