Weltgesundheitstag – 6. April 2018

Ein Jahr Gesundheitszentrum HGZ Moosburg

"Happy Birthday" – aber kein Grund zum Feiern!

Nicht jedes Kind hat das Glück auf ein gesundes Aufwachsen. Darauf machte gestern das SOS-Kinderdorf Moosburg im Hermann-Gmeiner-Zentrum aufmerksam.

Das Gesundheitszentrum feierte sein einjähriges Bestehen und nimmt gleichzeitig den Weltgesundheitstag am 7. April zum Anlass, auf den viel zu großen Mangel in der Kinder-und Jugendtherapie aufmerksam zu machen.
 


Bedingungslose Chancengleichheit! Das werden wir als SOS-Kinderdorf immer einfordern. Denn JEDES Kind muss die Chance auf ein gesundes Aufwachsen haben.

Susanne Maurer-Aldrian
Geschäftsleiterin SOS-Kinderdorf

 

"Ein Apfel ist gut, reicht aber nicht aus, um gut wachsen zu können", erklärt Christoph Schneidergruber.



Purzelbaum und Apfel reichen nicht!

Viel Bewegung und gesundes Essen braucht ein Kind um gut wachsen zu können. Aber es braucht noch viel mehr. Ein liebevolles stabiles Zuhause, eine friedliche Umgebung, Zukunftsperspektiven. Nicht jedes Kind hat das. Denn die heutige Familienwirklichkeit hat sich sehr verändert. Druck von allen Seiten, da reicht nur eine einzige zusätzliche Belastung, wie Arbeitslosigkeit, Krankheit, Todesfall und das fragile Gefüge bricht zusammen, hinterlässt Gewalt, Verwahrlosung, Beziehungsprobleme, Suchterkrankung. Kinder werden zu Symptomträgern, schleichend, irgendwann auffällig.
 
Prim. Dr. Kienbacher, Susanne Maurer-Aldrian, Christoph Schneidergruber
 


Werden betroffene Kinder nicht rechtzeitig behandelt, haben sie ein deutlich erhöhtes Risiko krank zu werden und dadurch keine zufriedenstellende berufliche und gesellschaftliche Integration zu erreichen.

Christoph Schneidergruber
Fachlicher Leiter Hermann-Gmeiner-Zentrum
"Wir haben im letzten Jahr über 300 Kinder mit ihren Familien begleitet". so Schneidergruber weiter. "Leider warten im HGZ immer noch viel zu viele Kinder und Jugendliche auf Therapieplätze. Derzeit sind in Moosburg über 100 auf der Warteliste, im HGZ Villach sogar über 300 und die Wartezeit beträgt durchschnittlich ein Jahr! Die Tragweite kann sich jeder ausmalen!"
 

Wurzelbehandlung

Wie heißt es so schön, "Wurzeln und Flügel sollen die Kinder von ihren Eltern bekommen". Wenn Eltern aber zu schwach sind, aus welchen Gründen auch immer, das Wurzelwerk ihrer Kinder zu hüten, dann ist das unsere Aufgabe. Unsere Aufgabe als SOS-Kinderdorf, unsere gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe!

Prim. Dr. Christian Kienbacher, Ärztlicher Leiter des Ambulatoriums für Kinder- und Jugendpsychiatrie SOS-Kinderdorf Wien, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Vorstand der LIGA für Kinder- und Jugendgesundheit zieht traurige Bilanz.

"In Österreich leben ca. 1.7 Mio. unter 20 Jahre. 170.000 sind deutlich psychisch erkrankt. Nur 36.000 sind aber in Behandlung! Beispielsweise kommt ein aggressiver Bub schneller in die psychiatrische Betreuung als ein depressives ängstliches Mädchen. Der Bedarf wäre aber derselbe. Suizid ist die zweithöchste Todesursache bei Jugendlichen. Das sagt ja allein schon viel aus."

Das Fach Kinder- und Jugendpsychiatrie besteht in Österreich seit knapp 10 Jahren. Seitdem wird der Ausbau forciert, aber noch lange nicht haben alle Bundesländer die empfohlene Versorgungsstruktur. Speziell die Ambulatorien, wie das HGZ Moosburg, mit den multiprofessionellen Teams helfen bei komplexen Störungen wirkungsvoll. Das HGZ Moosburg ist Vorreiter in Österreich, es gibt dieses Angebot schon länger als die Kinderpsychiatrie als eigenständiges Fach.



 

Weitere Informationen

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