Afrika – 1. Februar 2018

Wasser sparen in den SOS-Kinderdörfern der Cape Town Region

Die derzeitige Dürre in Cape Town/Südafrika belastet auch die Familien der SOS-Kinderdörfer in Cape Town und Port Elizabeth. Die Familien reduzieren ihren Wasserverbrauch drastisch und lernen gleichzeitig die Wasserressourcen nachhaltig einzusetzen.

Der Wasserpegel am Horn von Afrika sinkt stetig. Im April soll alles Wasser buchstäblich versiegt sein, warnt die Regierung. Die verordneten Wassersparmaßnahmen werden auch in den zwei SOS-Kinderdörfern strikt befolgt. Zusätzlich machen sich die Familien in den Dörfer Gedanken, wie sie auch zukünftig nachhaltig mit den Wasserressourcen umgehen werden: beispielsweise bei der Bewässerung von Garten- und Rasenflächen, durch die Aufbereitung und Weiternutzung von "Grauwasser" bis hin zum wasserlosen Händewaschen.

Im Interview erzählt Direktor Lezel Molefe von den Auswirkungen der Wasserknappheit in Cape Town und wie die SOS-Familien damit zurecht kommen.
 

In Cape Town soll im April das Wasser versiegen. Bereitet sich SOS-Kinderdorf auf diesen Moment vor?

Wir halten uns an die Anweisungen der Regierung, also wann und wie lange man duschen oder Wäsche waschen darf oder wie viel Wasser für Kochen und Putzen vorgesehen ist. Die Vorschriften einzuhalten und dabei die Hygienestandards bei den Kindern und Familien aufrechtzuhalten beeinträchtigt natürlich den Alltag.
 
Auch im benachbarten Swasiland wird Wasser gespart. Das gebrauchte Wasser beim Händewaschen wird in einem Kübel gesammelt und für den Garten verwendet. In Cape Town wird beim Händewaschen schon ganz auf Wasser verzichtet und Reinigungslotion verwenden, die von der Regierung gefördert wird.


Am Trinkwasser für die Kinder sparen wir nicht. Aber wir sparen Wasser auf vielfache Weise: Wir verwenden "Grauwasser" aus Bad und Dusche um zum Beispiel Gärten und Grünflächen zu bewässern. Wir hinterfragen auch generell unseren Wasserverbrauch: Brauchen wir wirklich Rasen und Ziersträucher oder gibt es auch alternative Gartenmodelle?
 

Wie kommen die Kinder und Familien mit der Wasser-Rationierung zurecht?

Die Kinder werden von den Müttern angehalten Wasser zu sparen. In den Schulen werden mit den Kindern Wassersparmaßnahmen erarbeitet. Die Kinder setzen diese dann zu Hause um und hinterfragen ihren eigenen Wasserverbrauch. Sie duschen weniger als zwei Minuten oder baden mit viel weniger Wasser, die Familien waschen weniger häufig die Wäsche. Die Kinder lernen schnell.
 
Die Grünflächen des SOS-Kinderdorfes Cape Town sind bereits verdorrt. Nun werden alternative Garten-Konzepte angedacht, zum Beispiel Pflanzen mit wenig oder gar keinem Wasserverbrauch.
 

Gehen die gelernten Sparmaßnahmen über die derzeitige Dürre hinaus?

Es geht natürlich um Wassersparen, aber der Verzicht, das Gemeinwohl, die Natur zu schützen, das wirkt sich auf alle Bereiche aus. Es geht auch darum in einer Krise Entscheidungen zu treffen; Konfliktmanagement, Krisenbewältigung – es gibt viel, was die Kinder hier für ihr weiteres Leben mitnehmen können.
 
Im südafrikanischen Winter hat es keinen einzigen Tag geregnet, durch den heißen Sommer sind die Grünflächen im Dorf verschwunden.
 

Ist diese Dürre so außergewöhnlich für Cape Town?

Die Sommer sind hier immer sehr heiß, aber für gewöhnlich nicht so trocken. Es hat den vergangenen Winter nie geregnet, deshalb leiden wir jetzt unter der Trockenheit.
 

Werden nun Lebensmittel wie Gemüse teurer?

Es gibt immer noch frisches Gemüse aus der Umgebung. Aber die Bauern sind sehr beunruhigt, wie das ab April sein wird. Wir arbeiten eng mit einer Supermarkt-Kette zusammen, die uns auch im kommenden Jahr mit Produkten beliefert. Wir sind davon also noch nicht betroffen. Generell haben sich aber die Preise fast verdoppelt.

 

Weitere Informationen

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