"Was Männer können, kann ich auch!"

Zala blickt zuversichtlich in ihre Zukunft. Sie wird Karriere machen, davon ist sie überzeugt. Die selbstbewusste junge Frau setzt auf ihren Beruf, den sie gerade erlernt, denn Elektrotechnik ist in ihrem Land Äthiopien sehr gefragt.

"Ich habe Elektrotechnik gewählt, weil mein Land Menschen mit diesem Beruf braucht", erzählt uns Zala. "In Addis Abeba und anderen Teilen des Landes wird sehr viel gebaut, es entstehen täglich neue Gebäude und die Nachfrage nach Elektrikern ist hoch. Viele Leute glauben, es reiche aus, wenn man ein paar Mal einem Elektriker zuschaut. Dabei ist es so wichtig, sich theoretisches Wissen im Klassenzimmer anzueignen!

In Äthiopien wird Elektrotechnik von Männer dominiert. Frauen wären nicht in der Lage diesen Beruf auszuüben und niemand würde sie engagieren. Ich werde das ändern! Meine Fähigkeiten sind wichtig für die Gemeinschaft", ist sie überzeugt.

Zala hat sich bewusst für Elektrotechnik entschieden. Es ist ein gefragter Beruf in Äthiopien. (Foto: SOS-Archiv)

Zala genießt einen kostenlosen Ausbildungsplatz in der SOS-Berufsschule. Ihre Kindheit war geprägt von großer Armut und der Sorge um ihre schwerkranke Mutter. Irgendwann brach Zala einfach die Schule ab, um sich den ganzen Tag um die Mutter kümmern zu können. Mit kleinen Gelegenheitsjobs verdiente sie etwas Geld - zu wenig! Bald verloren sie ihr Haus und sie zogen bei der Freundin ihrer Mutter ein.

"Es gibt nichts an meiner Kindheit, worüber ich reden könnte", verrät Zala. "Meine Mutter kämpfte darum, mich großzuziehen. Sie war immer krank und wir hatten kein Geld. Schon als ich noch klein war, kümmerte ich mich um sie. Zum Arzt gehen konnten wir ohne Geld nie. Ich wollte in der Schule viel und fleißig lernen, gute Noten haben, später studieren. Stattdessen musste ich die Schule oft schwänzen, wenn es Mutter besonders schlecht ging. Eigentlich war ich die meiste Zeit traurig", stellt sie fest.

Elektrotechnik ist eine von vier Berufszweigen in der SOS-Berufsschule.
Ihr prekärer Hintergrund und ihr Wille, etwas aus sich zu machen, waren ausschlaggebend für das Stipendium. Die SOS-Berufsschule in Addis Abeba bietet vier Berufszweige an: Automechanik, Metallbearbeitung, Möbeltischlerei und Elektro- und Sanitärtechnik. Es gibt derzeit 126 Schüler und 11 Schülerinnen. Der Zweig Automechanik ist am beliebtesten. Jede Ausbildung dauert drei Jahre.

90 Prozent der Absolventinnen und Absolventen finden nach der Ausbildung sofort eine Anstellung. Zala wird ihren Kurs im März 2020 abschließen. Sie wird finanziell unabhängig sein und sich und ihre Mutter angemessen versorgen können. "Die Herausforderungen, die meine Mutter meistern musste, will ich selber nicht wiederholen. Ich habe bald einen gefragten Beruf und ich hoffe, dass ich ihn lange ausüben kann!" schließt Zala ab.

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