Globale humanitäre Idee

Die vor 70 Jahren in Tirol geborene SOS-Kinderdorf-Idee spannt heute einen Bogen um die ganze Welt - quer über 135 Länder, alle Religionen, Kulturen und Gesellschaften hinweg! 

Wie alles begann ...

Am 25. April 1949 gründete ein Kreis engagierter Frauen und Männer rund um den Medizinstudenten Hermann Gmeiner in Innsbruck/Tirol die "Societas Socialis". Es war die Geburtsstunde von SOS-Kinderdorf. Mit den vier damaligen Prinzipien „Mutter, Geschwister, Haus, Dorf“ wollten die SOS-Kinderdorf-Pioniere der anonymen Verwahrung von Waisenkindern in Heimen und Erziehungsanstalten etwas Neues entgegensetzen und ihnen ein Aufwachsen im Schutz und in der Geborgenheit einer Familie ermöglichen.

Trotz kräftigem Gegenwind von Kirche und Politik sowie ohne Unterstützung der öffentlichen Hand gelingt es Gmeiner, die Menschen von seiner Idee zu überzeugen und trotz damals bitterer Armut zur Unterstützung zu motivieren. Erste Spendenaufrufe mit der Bitte um 1 Schilling im Monat machten es möglich, mit dem Bau des ersten SOS-Kinderdorfes in Imst/Tirol zu beginnen. Am 2. Dezember 1949 fand die Firstfeier für das erste Familienhaus (Haus "Frieden") statt, 1951 zogen die ersten Kinder ein.

70 Jahre später ...

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich SOS-Kinderdorf stark verändert und seine Programme ständig weiterentwickelt – in Österreich und weltweit: So gibt es in Wien seit 2004 das erste SOS-Kinderdorf in der Stadt, wo SOS-Kinderdorf-Familien Tür an Tür mit anderen Familien leben. Es gibt neue Angebote für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und im Bereich der Prävention: Familien stärkende Programme bieten jungen Menschen und Familien in Krisen auch Unterstützung durch ambulante Beratung und Begleitung an – damit Familien nicht auseinanderbrechen und Kinder bei den Eltern bleiben können. Noch stärker als bisher tritt SOS-Kinderdorf öffentlich für die grundlegenden Rechte und Anliegen der Kinder ein.
Nothilfeprogramme von SOS-Kinderdorf gab es 2017 zum Beispiel in Nepal, Mogadischu und weiteren 24 Ländern.

Kindern ihre Welt retten

Neben der Ursprungsaufgabe, Kindern in einer Familie ein neues Zuhause zu geben, steht SOS-Kinderdorf heute vor vielen ganz neuen Herausforderungen.

In Österreich leben 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche. Viele in Familien, die immer stärker unter Druck geraten mit Folgeproblemen in Schule, Ausbildung, Beruf und finanziellen Schwierigkeiten. Da genügt eine einzige Zusatzbelastung wie Arbeitslosigkeit, der Verlust der Wohnung, Krankheit oder Todesfall in der Familie – und die Welt bricht über ihr zusammen. Ganze Familien schlittern in die Überforderung. Erziehungsprobleme, Vernachlässigung, Verwahrlosung, Gewalt in der Familie sind die Folge.

Kinder und Jugendliche aus solchen Familien zu unterstützen, ihnen und ihren Eltern wieder Halt und Stabilität zu geben – als Basis für ein liebevolles Zuhause. Das ist die tägliche Aufgabe von SOS-Kinderdorf. In Österreich und 135 Ländern der Welt.