Familie
Rückkehr ins Herkunftssystem

Zurück nach Hause

Wenn Kinder vom SOS-Kinderdorf wieder zu ihren Eltern kommen, ist eine intensive, wohlwollende Zusammenarbeit aller Beteiligten besonders wichtig.

Das Forschungsprojekt "Rückkehr von Kindern und Jugendlichen aus der Fremdunterbringung in ihre Familien" entstand in Zusammenarbeit von der Uni Graz und der Abteilung Forschung & Entwicklung (bei SOS-Kinderdorf). Die ForscherInnen erhoben in 33 Interviews mit sechs Jugendlichen, sechs Müttern, zwei Vätern sowie 16 Fachkräften von SOS-Kinderdorf und fünf SozialarbeiterInnen der Kinder- und Jugendhilfe Erfahrungen zur Fremdunterbringung, zur Rückkehr in die Familie sowie zu den fachlichstrukturellen Bedingungen von Rückkehrprozessen.

Vier von zehn Kindern und Jugendlichen kehren in ihre Familien zurück, wenn sie die SOS-Kinderdorf-Betreuung verlassen. Das mag überraschen, da viele ein ganz anderes Bild im Kopf haben,dass SOS-Kinderdorf junge Menschen bis zu ihrer Selbstständigkeit begleitet. Die Zusammenarbeit mit den Familien der Kinder hat sich aber stark verändert: Die Eltern werden eng eingebunden, um gemeinsam herauszufinden, wo sie Unterstützung brauchen, damit sie ihre Kinder wieder selbst betreuen können – ganz im Sinne der Kinder- und Jugendhilfe! Das Bundes-Kinder- und Jugendhilfegesetz definiert seit 2013 explizit die "Reintegration", das Wieder-Zusammenleben in der Familie, als ein Ziel der Hilfe.

 

Übergänge gestalten

Den Weg der Rückkehr schildern Familien sehr eindrücklich als einen Prozess mit Höhen und Tiefen – vor und während der Fremdunterbringung, aber auch nach der Reintegration. Es ist eine Phase, die in den allermeisten Familien mit großen Unsicherheiten und Sorgen verbunden ist. Eine Mutter erinnert sich: "Uns hat es alle halt dann ein bisschen erschlagen. Weil Ferien und Wochenende doch nicht das gleiche sind wie ein gemeinsames Leben."

 

Vater mit Kind
Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass diese angestrebten Rückkehrprozesse auch aus SOS-Kinderdorf-Familien oder aus dem Jugendwohnen gut verlaufen können.

 

Begleitung und Unterstützung nach der Rückkehr

Wie gelingt aber Familien ein gemeinsamer Alltag mit all seinen Herausforderungen, die für lange Zeit nur an Wochenenden oder in den Ferien zusammen waren? Gesichert muss sein, dass Kinder und Jugendliche genau jene Hilfe bekommen, die für ihre Entwicklung förderlich ist. Alltägliche Herausforderungen im Zusammenleben können rasch wieder zu Stress und Überforderung führen. Deshalb ist es ganz oft nötig, dass Kinder und Eltern über den Zeitpunkt der Rückkehr hinaus Unterstützung und Begleitung erhalten. Das kann zum Beispiel so aussehen, dass ein Kind bei seiner Mama lebt und trotzdem weiterhin zur Nachmittagsbetreuung in das SOS-Kinderdorf kommt.

Es macht gemeinsam mit den Kindern, die es aus seiner Zeit im SOS-Kinderdorf gut kennt, die Hausaufgaben und dann ist Zeit zum Spielen. Und seine Mama? Sie sagt es klipp und klar: "Alleine schaffe ich das nicht,ich brauche Hilfe.“ Eine konkrete Hilfestellung für sie war es, dass sie sich an die bereits vertraute Bezugsbetreuerin und Familienberaterin wenden konnte, wenn sie verunsichert war und Fragen oder Probleme auftauchten. Auf diese Weise hatten Kind und Mutter noch eine Zeit lang eine gute Begleitung für ihr Wieder-Zusammengewöhnen und für die Alltagsbewältigung.

Hier erfahren Sie mehr über das Forschungsprojekt!

Zum Forschungsprojekt

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