Hände halten SOS-Kinderdorf
Beteiligung – 24. August 2017

Fragt mich doch einfach

Wie gut sind wir? Fragen wir doch einfach unsere Kinder!

Seit über einem Jahr beschäftigt sich das SOS-Kinderdorf in der Region Süd intensiv mit der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen als wichtiges Qualitätskriterium in den Angeboten von SOS-Kinderdorf. Im Rahmen einer professionellen Peerevaluation wird die Sichtweise der Kinder eingeholt. Ihre Sicht auf ihre Umgebung, ihre Bedürfnisse, ihre Kritikpunkte, direkt und unverfälscht.

 

Austausch auf Augenhöhe!


Kinder und Jugendliche aus dem SOS-Kinderdorf entwickeln Fragebögen. Auf Befragung eingeschulte Jugendliche besuchen die Betreuungsangebote des SOSKinderdorfes und holen die Antworten ein. Die Ergebnisse werden ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung von SOS-Kinderdorf ein. Wichtiger Nebeneffekt: Die Kinder und Jugendlichen werden durch die Erfahrung von Selbstwirksamkeit in ihrer Entwicklung gestärkt.

Bitte anklopfen

Der 17-jährige Achim ist einer der geschulten Jugendlichen und ist in Begleitung eines Erwachsenen mit seinen Fragebögen schon quer durch die Region Süd gereist. „Ich hab mit Hermann und den Kindern Fragebögen erarbeitet, so simpel, genau und objektiv wie möglich. Da kamen so Fragen auf, an wen soll ich mich wenden, wenn ich Probleme habe, hab ich genügend Privatsphäre, kann ich mit den Betreuern Persönliches besprechen, ohne das es weitererzählt wird, wird an meinem Zimmer angeklopft, wenn wer zu mir will, beschäftigen sich die Erwachsenen genügend mit mir in der Freizeit, wie viel Rückzugsort habe ich.“

 

Ich wirke. Ich kann bewirken.

Achim ist seit sieben Jahren im Kinderdorf und findet, dass früher zu wenig befragt wurde. Das war auch seine Motivation, bei diesem „coolen Projekt“ mitzumachen.

„Außerdem hab ich vorher nicht so gut mit Kindern gekonnt. Irgendwie hat mich das auch kontaktfreudiger gemacht. Und das hat alles echt professionell professionell gewirkt. Der Hermann kennt sich wirklich aus mit den Fragebögen.“

Susanne Maurer-Aldrian, Geschäftsleiterin der Region Süd, freut sich, demnächst diese Form der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zur Optimierung der jeweiligen Angebote österreichweit zu etablieren, um ein bestmögliches Umfeld und zugleich liebevollen Lebensraum für unsere Kinder schaffen zu können.

Wie viel Professionalität dabei den Kindern guttut? „Schwierige Frage. Man impliziert gerne den Gegensatz: Beziehung oder Professionalität. Ich meine, im SOS-Kinderdorf braucht es unbedingt beides. Ohne Beziehung, die für alle förderlich ist, geht gar nichts.Professionalität bedeutet auch, dass man sich die neuesten Erkenntnisse in der Pädagogik anschaut, in die Arbeit miteinbezieht, Augen und Ohren offen hält. In puncto Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen könnte ich auch sagen, ich weiß eh, was ihnen wichtig ist, ich red ja jeden Tag mit ihnen. Eine professionelle Peer-Evaluierung bringt aber doch auch einige Ahas ans Tageslicht.“

 
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