Familienbegleitung – 26. Mai 2017

Es tut weh. Und trotzdem...

...müssen wir uns diesen Dingen stellen. Wir dürfen sie nicht totschweigen und nicht verstecken, weil Heilung sonst unmöglich ist.

Es ist eine bedrückende Geschichte, die Claudia Gruber (Familienbegleiterin in Imst), erzählt: "Da sind drei Geschwister, die Älteste, Verena, ist schon 21 und lebt mit ihrem Freund in einer Wohnung. Sie hat den Hauptschulabschluss nachgemacht und arbeitet. Die Buben, Jack und Kevin, sind 12 und 9 Jahre und leben bei uns im Kinderdorf. Drei Kinder, drei Väter. Und ein Stiefvater: Er war von Beginn an an der Grenze zur Überforderung.

Die Mutter erkrankte schon bald nach der Geburt des Jüngsten – schwere Depressionen, Krankenhausaufenthalte, chronische Rückenschmerzen. Sie war oft über Wochen kaum in der Lage, sich um die Kinder zu kümmern.
 
Die Beziehung zur Herkunftsfamilie ist ein Schlüssel zur geglückten Kindheit.
 

Der Zusammenbruch

Der Stiefvater kam mit dieser Situation nicht zurecht: seine Freundin schwer krank und drei Kinder, die immer etwas zum Essen brauchten, zum Anziehen. Und Zuwendung und Liebe sowieso. Er begann, die Kinder schwer zu schlagen, schon beim kleinsten Anlass. Eines Tages war es zu viel – für die ganze Familie.

 

Hilfe von Außen

Die Intervention der Kinder- und Jugendhilfe kam keinen Tag zu früh. Das war vor vier Jahren. Den Kindern geht es gut bei uns. Meine Aufgabe ist es, den Buben, die ja trotz allem an ihrer Mama und an ihrem Stiefvater hängen, einen Kontakt in einer Form zu ermöglichen, der es ihnen erspart, sich zwischen ihrem alten und ihrem neuen Zuhause entscheiden zu müssen. Sie brauchen ihre Wurzeln, damit sie ihre Lebensfreude erhalten können. Auch wenn der Schmerz vielleicht nie ganz vergeht.“


"Eltern sind Eltern. Und das bleiben sie auch."

Claudia Gruber
 


Warum Familienbegleitung?

Die Bindung zu den Eltern ist nicht zu kappen und deshalb ist es unverzichtbar, die Herkunftsfamilie, soweit es möglich ist, mit einzubeziehen. Oberstes Gebot ist der seelische und körperliche Schutz der Kinder.
 

Weiterführende Informationen: 

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