Kommentar

Schluss mit der Bequemlichkeit!

#Generationen #Beteiligung #Macht

Politik ist generationenübergreifend. Die Entscheidungen von heute bestimmen die Gesellschaft von morgen. In den letzten Monaten ist so klar geworden wie kaum je zuvor:  Kinder und Jugendliche müssen ihre Stimme erheben. Das ist eine positive Nebenerscheinung der Klimadebatte, in der es längst nicht mehr „nur“ um die Reduktion von klimaschädlichen Emissionen geht. Es ist uns gelungen, aufzuzeigen: Wir Jungen haben genug davon, politische Entscheidungen ausschließlich den Erwachsenen zu überlassen. 

Ein junger Mensch, der von seinem politischen Mitspracherecht keinen Gebrauch macht, legt seine Zukunft in fremde Hände. Uns muss der Zugang zu aktiver Beteiligung erleichtert werden. Derzeit redet nur der ältereTeil der Bevölkerung wirklich bei politischen Entscheidungen mit.

Alter bedeutet Erfahrung, weshalb es durchaus sinnvoll sein kann, älteren Menschen politische Verantwortung zu übertragen. Aber Fragen, die für uns Junge besonders relevant sind, werden in älteren Generationen leider oft missverstanden, relativiert oder schlicht als irrelevant empfunden. Anonymität im Internet, die Klimakrise und leistbares Wohnen sind beispielsweise Problemstellungen, von denen viele Generationen nur am Rande betroffen sein werden. Wir Jungen sind es, die mit den Konsequenzen der Handlungen von Menschen leben müssen, die unsere Probleme nicht richtig oder zu spät erkannt haben. Weshalb sollten wir uns das gefallen lassen?

Oft scheitert die Beteiligung nicht am Zugang oder am Willen, etwas zu tun, sondern schlicht an der Information. Daher ist politische Bildung und das Wissen über unsere Rechte als Kinder und Jugendliche , unabdingbar. Leider wird das in vielen Schulen komplett vernachlässigt, Junge Menschen müssen wissen, welchen Einfluss sie auf Politik haben können, um Teil einer demokratischen Gesellschaft zu sein. Unser Land braucht Entscheidungsträger, mit denen man reden kann  – und keine  alteingesessenen Machtmenschen, denen es nur um den Erhalt ihrer (partei-)politischen Strukturen geht. Es liegt an uns Jungen aufzuzeigen, dass mit dieser Bequemlichkeit Schluss sein muss.

Jakob Mohl ist 17, Schüler und lebt in Wien.