Das Magazin von SOS-Kinderdorf
Kinderrechte

Wenn Kindheit öffentlich wird

Wie schützt man Kinderrechte online? SALTO hat bei Unicef nachgefragt.

Als die UN-Kinderrechtskonvention 1989 verabschiedet wurde, waren Internet und Social Media noch kein Thema. Der Text ist aber gerade in Bezug auf die Digitalisierung hochaktuell. So lautet etwa Artikel 13: "Das Kind hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, ungeachtet der Staatsgrenzen Informationen und Gedankengut jeder Art (…) zu beschaffen, zu empfangen und weiterzugeben."
 

Wo sind die Grenzen der Informationsfreiheit, wo müssen Schutzmechanismen eingezogen werden?

Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich Patrick Geary, der in Genf für Unicef arbeitet. "Natürlich muss man versuchen, Kinder vor Gewalt oder Pornografie im Internet zu schützen. Aber sobald sie das eigene Zuhause verlassen – sei es in der Schule oder bei Freunden –, verlieren Eltern die Kontrolle. Das Wichtigste ist, Kindern das Gefühl zu geben, dass sie mit den Erwachsenen sprechen können, wenn sie über etwas Aufwühlendes stolpern", sagt Geary im SALTO-Gespräch.
 

Recht auf Privatsphäre

Ebenfalls von den Vereinten Nationen verbrieft ist das Recht auf Privatsphäre, das gerade im Online-Bereich oft verletzt werde, wie Geary sagt: "Wenn Eltern sich Websites ansehen, die ihre Kinder besuchen, oder Textnachrichten lesen, ist das ja, als würden sie ungefragt in ihrem Kinderzimmer herumwühlen. Dabei ist es wichtig, dass Kinder die Freiheit haben, Dinge zu erfahren und zu erforschen."
 

Digitaler Fußabdruck

Der Psychologe und Jurist ist Mit-Autor von mehreren Unicef-Publikationen zum Thema Kinder und Digitalisierung. Darin wird auch die Problematik beleuchtet, dass nun erstmals eine Generation heranwächst, die oft buchstäblich von Geburt an einen digitalen Fußabdruck hat – etwa weil ihre Eltern Bilder von ihnen auf Facebook posten. In einigen europäischen Ländern wird mittlerweile ein Recht auf Löschung der Daten diskutiert, wenn Kinder 18 werden.

"In der Praxis wird das schwierig sein, wir wissen ja, dass Bilder aus dem Internet praktisch nicht löschbar sind", sagt Geary. "Hier hilft nur Bewusstseinsbildung. Denn Eltern verletzen sicher nicht bewusst die Privatsphäre ihrer Kinder, sie wollen einfach ihre Freude teilen."


Weitere Informationen

Schreiben Sie uns!

Wir freuen uns über Ihre Meinung! Schreiben Sie uns Ihren Leserbrief an salto@sos-kinderdorf.at.
(Mit der Einsendung stimmen Sie einer Veröffentlichung im nächsten Salto-Magazin zu.)

/* pageName= Wenn Kindheit öffentlich wird pagePrefix= breadCrumb=Aktuelles / Themen / --Salto Magazin / Salto Magazin Ausgabe 2/2017 / Wenn Kindheit öffentlich wird mainDomain=sos-kinderdorf.at langIdentifier=AT,de */