Das Magazin von SOS-Kinderdorf
Digitaler Alltag

"Gemeinsam Regeln festlegen"

Digitale Medien prägen auch das Zusammenleben in den Jugend- Wohngruppen von SOS-Kinderdorf. Wie sich die Jugendlichen dort online austauschen, welche Regeln es braucht und wie sie selbst in punkto Digitalisierung am Ball bleibt, erzählt Sabine Moosbrugger, pädagogische Leiterin bei SOS-Kinderdorf.

Wie wirken sich Internet und Smartphones auf das Leben in einer Jugend-WG aus?

Jugendliche fragen ja sehr viel. Da sind Dr. Google und auch Wikipedia eine große Hilfestellung für uns Pädagoginnen und Pädagogen. Wir können den Jugendlichen mit vielen Anliegen einfacher weiterhelfen. Wir merken auch, dass sich Jugendliche in schwierigen Lebensphasen oder mit psychischen Belastungen in Foren im Internet sehr gut mit Gleichgesinnten austauschen können und erleben, dass es anderen auch so geht und sie nicht alleine sind.
 

Viele Eltern machen sich Sorgen, dass ihre Kinder im Internet mit negativen Dingen konfrontiert sind oder auf Gewalt stoßen. Wie geht es Ihnen damit?

Vor allem bei unseren Mädchen kommt es immer wieder vor, dass sie über Online-Dienste von Männern angeschrieben werden. Oft geben sich diese als Jugendliche aus und überreden die jungen Frauen zu persönlichen Treffen. Dieses sogenannte Cyber-Grooming ist eine große Gefahr. Da gibt es für uns viel Aufklärung zu leisten.
 

Gibt es in den Wohngruppen von SOSKinderdorf Regeln zur Internet- und Handynutzung?

Ja, wir haben gemeinsam mit den Jugendlichen einige Regeln festgelegt. Zum Teil kam die Initiative dazu direkt von den Jugendlichen. In unseren Wohnzimmern haben wir eine handyfreie Zone eingerichtet. Die Burschen und Mädchen fühlten sich selbst nicht mehr wohl damit, wenn alle nur noch in ihre Handys schauten.
 

Wie gehen Sie damit um, dass sich Jugendliche in der digitalen Welt oft besser zurechtfinden als Erwachsene?

Es kommt sehr oft vor, dass uns Jugendliche von sich aus ihre neuen Apps und neue Online-Trends zeigen und erklären. SOS-Kinderdorf hat außerdem das Projekt Digital Fit gestartet. Da werden wir einerseits technisch aufgerüstet und andererseits besuchen wir Workshops – etwa was den sicheren Umgang mit sozialen Medien betrifft.
 

Was haben Sie daraus für sich mitgenommen?

Mir war bis dahin selbst nicht bewusst, dass man als Gründerin einer WhatsApp-Gruppe auch die Verantwortung dafür trägt – und gut überlegen sollte, zu welchem Zweck man eine Gruppe gründet, und sie auch gut moderieren sollte.
 

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