Tag der Kinderrechte – 19.11.20

Wo bleibt die Unterstützung für junge Menschen?

Im Kampf gegen Corona kommen Kinder und Jugendliche zu kurz. Wir fordern zum Tag der Kinderrechte mehr Fokus auf junge Menschen!

"Kinder und Jugendliche brauchen besonderen Schutz und Unterstützung. In Krisenzeiten mehr denn je. Und sie haben ein Recht darauf", sagt unser Geschäftsführer Christian Moser, anlässlich des Tages der Kinderrechte am 20. November. Letztes Jahr feierten die Kinderrechte 30-jähriges Bestehen. Heuer wird in Österreich ein Kinderrecht nach dem anderen verletzt. Die Covid19-Eindämmungsmaßnahmen schrammen stetig an der Grundrechtsverletzung vorbei. Die Grenzen der Kinderrechte wurden längst überschritten.
 

Langzeit-Schäden verhindern

Die Wirtschaft bekommt so umfangreiche Unterstützungspakete, dass nicht nur Budgetexpertinnen und –experten mit den Ohren schlackern. Welche Unterstützung bekommen die Jungen? Was wird getan, um sie gut durch diese schwierige Zeit zu bringen? Welche Schritte werden gesetzt, um nachhaltige Schäden aufzufangen?

 

Nichts ist, wie es noch vor einem Jahr war. Vor allem nicht das Leben unserer Kinder.

Christian Moser
Geschäftsführer SOS-Kinderdorf


Kinder und Jugendliche brauchen Sicherheit und Perspektiven. An beidem mangelt es derzeit massiv. Zahlreiche Studien und Erfahrungsberichte zeigen, wie enorm die negativen Auswirkungen des ersten Lockdowns auf Kinder und Jugendliche waren. Nun stecken wir bereits im zweiten. Junge Menschen haben wenig Erfahrung mit der Bewältigung von Krisen. Sie stecken mitten in ihrer Entwicklung und erleben nun in der Phase ihres Lebens, in der sie die Fühler ausstrecken und sich orientieren, ein Jahr der maximalen Orientierungslosigkeit. Das belastet. Lerndefizite und Ängste um den Schulabschluss oder um Job-Chancen gesellen sich zu Einsamkeit und Perspektivenlosigkeit.

 

 

Außergewöhnliche Zeiten brauchen mutige Lösungen


"Es geht nicht darum, unsere Kinder schnellstmöglich durch die Schule zu bringen. Es geht jetzt darum, sie ohne gröberen Schaden durch die Covid19-Krise zu bringen. Dazu braucht es unkonventionelle Ansätze, Mut und Flexibilität. Der Tag der Kinderrechte ist ein Anlass über Prioritäten und Werte nachzudenken", so Moser. Denn laut UN-Kinderrechtskonvention ist bei jeder öffentlichen Entscheidung das Wohl von Kindern und Jugendlichen vorrangig zu beachten.

 


Es geht nicht darum, unsere Kinder schnellstmöglich durch die Schule zu bringen. Es geht jetzt darum, sie ohne gröberen Schaden durch die Covid19-Krise zu bringen.

Christian Moser
Geschäftsführer SOS-Kinderdorf


"Nichts ist, wie es noch vor einem Jahr war. Vor allem nicht das Leben unserer Kinder. Deshalb verdienen sie gerade jetzt unsere volle Aufmerksamkeit. Es braucht politische Antworten, die ihnen trotz der widrigen Umstände ihre "bestmögliche Entwicklung" ermöglichen, wie die Kinderrechtskonvention es festschreibt. Es braucht endlich Entscheidungen, die dem Wohl der Kinder entsprechen und ihren Bedürfnissen Priorität einräumen. Denn immerhin werden es auch die Kinder und Jugendlichen sein, die langfristig die Folgen aller Maßnahmen zu tragen haben."

 

 

 

Weitere Artikel