Tag gegen Armut – 16.10.19

Kinder brauchen Familie

62 Millionen Kinder wachsen ohne elterliche Fürsorge auf, das ist jedes 10. Kind auf dieser Welt! Die Armut der Eltern ist dabei der Schlüsselfaktor.

Weltweit fehlt jedem 10. Kind der Schutz und die Geborgenheit einer Familie. Der Hauptgrund, warum Familien zerbrechen, ist Armut. Kinder sind immer die Leidtragenden. Sie laufen Gefahr auf sich allein gestellt auf der Straße zu landen, sie sind leichte Opfer für Kinderarbeit, Ausbeutung, Diskriminierung und Kinderhandel. Darum hat unsere Hilfe für junge Menschen viele Gesichter. Dazu gehört etwa auch Familien zu entlasten, zu stärken und zu unterstützen - bevor sie zerbrechen.

Unsere Hilfe

Mit über 550 verschiedenen Familienstärkungsprogrammen außerhalb der SOS-Kinderdörfer unterstützen wir in Österreich und in aller Welt Familien in Not. Wir ergreifen Maßnahmen, um Eltern, Familien und Gemeinschaften zu stärken und  Armut zu bekämpfen. Wir unterstützen Eltern dabei, sich aus eigener Kraft wieder um ihre Kinder kümmern zu können.

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Nachhaltige Entwicklungsziele

Die Entwicklung und Förderung der Kinder soll auch bei den Nachhaltigen Entwicklungszielen der UN Vorrang haben. Zu fünf Zielen, die Kinder im Fokus haben, tragen wir als SOS-Kinderdorf unseren Beitrag. 


Für Kinder zu sorgen bedeutet sich um Entwicklung zu kümmern

SOS-Kinderdorf

 

Fünf Ziele stehen im Mittelpunkt der Programme und der Strategie von SOS-Kinderdorf International: Keine Armut (#1), Hochwertig Bildung (#4), Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (#8), weniger Ungleichheiten (#10) sowie Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen (#16). 

 

Der konkrete Beitrag von SOS-Kinderdorf

Armut beenden

Das Problem

Armut ist ein Schlüsselfaktor, warum Kinder die elterliche Fürsorge verlieren. Der Großteil dieser Kinder könnte tatsächlich bei seiner Herkunftsfamilie leben, wenn angemessene soziale Schutzsysteme zur Verfügung stünden.

Zu vielen alternativen Betreuungsangeboten fehlt es an Qualitätskontrollen und Kinder sind unzumutbaren Lebensbedingungen ausgesetzt und leiden an psychischen bzw. emotionalen Problemen. Kurzum - sie werden ihrer Rechte als Kinder beraubt.

So hilft SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf baut die Kapazitäten und die Widerstandsfähigkeit von Familien und Gemeinden auf, um den Teufelskreis von Armut und Ausgrenzung zu durchbrechen. Wir arbeiten mit Partnern, um Familien zu fördern und unterstützen Familien dabei, einkommensschaffende Maßnahmen ergreifen und das Haushaltseinkommen verwalten zu können.

Sofern es zum Wohl des Kindes ist, stellen wir alternative Betreuung gemäß der internationalen Richtlinien für die alternative Betreuung von Kindern zur Verfügung. Wir setzen uns für einen staatlichen Sozialschutz für gefährdete Kinder, junge Menschen und Familien auf nationaler und internationaler Ebene ein.

Das Problem

Kindern ohne elterliche Fürsorge ist der Zugang zu hochwertiger Bildung von der frühen Kindheit bis zur Hochschulbildung erschwert. In vielen Fällen liegt dies an der mangelnden wirtschaftlichen Unterstützung bzw. Hilfe durch eine erwachsene Person, die die Situation begreift und sich um die Interessen des Kindes kümmert.

In Krisensituationen als auch in Nichtkrisensituationen ist das Risiko eines Schulabbruchs für Kinder ohne elterliche Betreuung viel höher, weil sie in kindgeführten Haushalten für sich selbst bzw. für Geschwister sorgen müssen.

So hilft SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf unterstützt Kinder und junge Menschen beim Zugang zu hochwertiger Bildung – von der frühen Kindheit über die Grundschule bis zur Sekundar- und Berufsausbildung. Wir fördern Lern- und Ausbildungsprogramme, die der gesamten Gemeinde zur Verfügung stehen und unterstützen beim Erwerb von Qualifikationen und Fertigkeiten. Wir stärken die öffentliche Bildung durch Partnerschaften und Anwaltschaft. In humanitären Krisensituationen bieten unser Nothilfekitas Raum zum Lernen und Spielen.

Das Problem

Kinder und junge Menschen, die keine aufmerksame Betreuungsperson an ihrer Seite haben, die sie beschützt und leitet, können ihre Rechte weniger ausüben und es fehlen ihnen eher wichtige Informationen und der Zugang zu Gesundheit, Bildung, guter Ernährung sowie an Sozial- und Lebenskompetenz. Diese Ausgrenzung führt zu einem Teufelskreis aus Armut, gesundheitlichen Schäden und sozialer Ungleichheit.

So hilft SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf setzt sich für Politiken und Praktiken ein, die Chancengleichheit, Nichtdiskriminierung und soziale Integration für alle Kinder und jungen Menschen sicherstellt. Wir helfen Kindern, Familien und Gemeinden, den Teufelskreis aus Armut und Ausgrenzung zu durchbrechen, damit künftige Generationen aktive und gleichberechtigte Teilnehmer in der Gesellschaft sein können.

Das Problem

Gewalt ist einer der größten Risikofaktoren, dass Kinder aus ihren Familien genommen werden. Dazu kommt, dass Kinder, die von ihren Familien getrennt sind, ein höheres Risiko haben, Gewalt zu erleben.

Kindern, denen der grundlegende Schutz durch Bezugspersonen fehlt, seien es die Eltern, Angehörige der erweiterten Familie oder professionelle Betreuungspersonen sind sehr stark von Missbrauch, Vernachlässigung und Ausbeutung bedroht. Tragischerweise zieht Gewalt eine Spirale der Gewalt nach sich: Kinder, die Gewalt erleben, werden im späteren Leben eher zu Opfern oder Tätern von Gewalt.

So hilft SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf ist eine nichtpolitische, nichtkonfessionelle Organisation, die sich für den Schutz und die Sicherheit der Kinder einsetzt, indem Familien gestärkt und die Kapazitäten von professionellen Mitarbeiter/innen in der Kinderbetreuung aufgebaut werden.

Schulungen zur Erfüllung von Qualitätsstandards und zum Thema Kinderrechte zählen dabei ebenfalls zum Programm. Wir schaffen Bewusstsein für jene Faktoren, die dazu führen, dass Kinder von Gewalt bedroht sind und setzen uns für verbesserte Schutzmaßnahmen für alle Kinder ein. Wir fördern die Elternkompetenzen, vermitteln positive Methoden der Selbstdisziplin und wir schulen Betreuungspersonen, Mitglieder der Gemeinden und Kinder, Missbrauch zu erkennen und zu melden.

 

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