Berg-Karabach

"Ich muss für meine Kinder stark sein!"

Tamara und ihre drei Kinder flohen kurz nach dem Ausbruch des bewaffneten Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan Ende September aus ihrem Haus in Berg-Karabach. Sie werden seitdem von SOS-Kinderdorf betreut und begleitet.

Tamara und ihre Tochter Mariam im Familienstärkungsprogramm von SOS-Kinderdorf in Jerewan.

"Wir konnten fliehen" ist Tamara dankbar. "Gott sei Dank gab es Menschen, die freiwillig nach Berg-Karabach fuhren, um uns Frauen und Kindern zu helfen. Mein Mann und mein Bruder wurden eingezogen", fährt sie fort. "In den ersten Tagen dachte ich, es würde alles schnell vorübergehen. Aber dann hörten wir Militärflugzeuge und sahen Drohnen am Himmel. Wir versteckten uns in Panik im Keller. Ich habe die Angst in den Augen meiner Kinder gesehen. Da wusste ich, dass wir hier nicht länger bleiben konnten. Und da kamen schon Leute, um uns zu helfen. Wir kannten sie nicht, sie kannten uns nicht. Sie wollten einfach helfen. Sie fuhren mit uns nach Jerewan, der Hauptstadt Armeniens.“

Mariam und ihr jüngerer Bruder im Familienstärkungsprogramm von SOS-Kinderdorf in Jerewan.

"Ich schaue nicht weiter zurück und nicht in die Zukunft", erklärt sie. "Ich muss im Hier leben. Ich muss stark bleiben", wiederholt Tamara immer wieder und umarmt dabei ihre zehnjährige Tochter Mariam. 

Lida, eine Sozialarbeiterin bei SOS-Kinderdorf in Jerewan, betreut und stützt die geflüchtete Familie: "Tamara ist stark und die familiären Bindungen ebenso. Mariam ist besonders dem Vater verbunden. Sie fragt jeden Tag nach, ob der Papa angerufen hat. Die Unsicherheit, ob es dem Vater gut geht, verbunden mit Strapazen der Flucht, die neue und ungewohnten Umgebung, das sind alles Faktoren, die das Trauma der Kinder verstärken." Gottlob ist der Vater unverwundet und meldet sich regelmäßig. Sein Anruf ist einer der wenigen Lichtblicke der ganzen Familie. 

Tamara und ihre Kinder sind Teil des neuen SOS-Familienstärkungsprogramms in Jerewan, das über 200 vertriebene Familien aus Berg-Karabach unterstützt und begleitet. Im SOS-Kinderdorf Kotayk wurden im Oktober 35 Kinder aus einer staatlichen Institution aufgenommen sowie 22 Kinder mit ihren Mütter, die alle aus Berg-Karabach evakuiert wurden.

SOS-Kinderdorf in Armenien:

  • 2 SOS-Kinderdörfer für 131 Kinder und Jugendliche und 5 Jugendbetreuungsprogramme für 63 Jugendliche
  • 8 Familienstärkungsprogramme und Sozialzentren für 1.767 Kinder
  • Aktuelle Nothilfe für 200 geflüchtete Familien in Jerewan
  • Akuelle Nothilfe für 57 Kinder und deren Mütter im SOS-Kinderdorf Kotayk

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