Kutin-Award – 25.07.19

Portraits der Preisträgerinnen

Für ihren Mut und ihr Engagement wurden zwei SOS-Kinderdorf-Mütter aus Syrien und Nepal mit dem Helmut-Kutin-Award geehrt.

Stellen Sie sich vor, Sie ziehen Kinder in einem Kriegsgebiet auf und werden gezwungen, Ihr Haus zu evakuieren, nicht nur einmal, sondern zweimal. Stellen Sie sich vor, Sie erziehen 35 Kinder über einen Zeitraum von 40 Jahren. Das sind die Geschichten von zwei SOS-Müttern - Salam Khalaf aus Syrien und Chandra Kala Thapa aus Nepal - die mit dem diesjährigen Helmut Kutin Award ausgezeichnet wurden.

Der Helmut-Kutin-Preis, benannt nach dem ehemaligen Präsidenten unserer Organisation, würdigt herausragendes Engagement von allen SOS-Kinderdorf-MitarbeiterInnen. Die Kandidaten werden von KollegInnen vorgeschlagen und dann von allen MitarbeiterInnen gewählt. 

Die Gewinnerinnen im Portrait

 

Etwas Geborgenheit im Krieg: Salam Khalaf aus Syrien

Die Vorstellung, sein Zuhause nicht nur einmal, sondern zweimal innerhalb kurzer Zeit zu verlieren und alles aufgeben zu müssen, was man liebt, ist für die meisten Erwachsenen schon schwer zu ertragen. Wie muss das erst für Kinder sein? 2012 musste SOS-Kinderdorf-Mutter Salam Khalaf das Kinderdorf in Aleppo mit ihren Kindern verlassen. Durch die Evakuierung flohen sie ins SOS-Kinderdorf Qudsaya Damascus. Sie war für die Kinder durch die Zeit der Trauer und Verzweiflung da, denn sie alle mussten Freunde und Familie in Aleppo zurücklassen. 2016 wurde die Situation in Damaskus so gefährlich, dass die Familie abermals evakuiert werden musste. Diesmal konnten sie glücklicherweise nach einem Monat zurückkehren.

 

Es ist nicht nur ein Job, SOS-Kinderdorf-Mutter zu sein: Chandra Kala Thapa aus Nepal

Als sie zwanzig Jahre alt war, entschied sich Chandra, SOS-Kinderdorf-Mutter zu werden. Nach einer sechsmonatigen Grundausbildung in Kathmandu zog die junge Frau aus dem Westen Nepals ins SOS-Kinderdorf Gandaki. Im Haus Siddharta übernahm sie zwei Kinder - doch innerhalb einer Woche kamen schon sechs weitere dazu, das jüngste gerade einmal drei Monate alt. Im Haus gab es keinen Strom, kein fließendes Wasser, kein Telefon oder einen Gasherd. "Das Leben war schwer, aber ich war glücklich, mit den Kindern zusammen zu sein," erzählt Chandra. Vierzig Jahre später hat sie 35 Kinder groß gezogen. Sie ist damit eine der dienstältesten SOS-Kinderdorf-Mütter der Welt!

Wir gratulieren beiden SOS-Kinderdorf-Müttern herzlich!

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