Eine Krankenschwester untersucht ein wenige Tage altes Baby
SOS-Klinik in Somalia – 17.04.20

"Wir müssen jeden Tag improvisieren, weil es einfach an allem mangelt!"

Mohamed Dakane leitet seit sieben Jahren die SOS-Klinik in Somalia. Er schildert die momentane Situation und erzählt von den Herausforderungen täglich zu improvisieren.

Wir sind seit Jahren mit Krieg, Terror und Armut konfrontiert und daher in gewisser Weise fast furchtlos! Aber das Coronavirus bringt selbst uns an die Grenzen!

Tatsache ist, dass die Krankenhäuser in Somalia nicht auf eine Pandemie vorbereitet sind! Selbst für uns wird es extrem schwierig: Es gibt zu wenige Isolationsstationen, zu wenig Intensivbetten, zu wenig Atemschutzmasken. Wir improvisieren jeden Tag, weil es an allem mangelt, selbst an grundlegenden Sachen wie Schutzausrüstungen für Ärzte und Krankenschwestern. Wenn sie krank werden oder sich das Virus in den Behandlungszentren ausbreitet, haben wir keine Chance mehr!

Mohamed Dakane vor der SOS-Klinik in Mogadischu, Somalia.


Erschwerend kommt hinzu, dass die Preise von einem Tag auf den anderen in die Höhe schnellen. Schutzmasken kosten normalerweise 2 US-Dollar pro Paket, mittlerweile sind es 50 US-Dollar; das gleiche bei Desinfektionsmittel, Seife oder Wasserspendern.

 

Anab näht normalerweise Bettlaken und Leintücher für die Klinik, jetzt liefert sie mit ihrer Nähmaschine Schutzmasken aus dem Stoff, der normalerweise für die Laken gedacht ist.


Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen viele Überstunden, um zum Beispiel noch mehr kalorienreiche Babynahrung an Mütter zu verteilen. Wir bauen jetzt auch Desinfektionsstationen nach YouTube-Anweisungen und nähen die Schutzmasken selbst. Sie erfüllen natürlich nicht die medizinischen Standards, aber sie sind besser als nichts. Unsere medizinischen Teams und SozialarbeiterInnen informieren die Patienten und Patientinnen über Schutzmaßnahmen und erklären, wie Masken selbst hergestellt werden.

 

Die Schutzmasken erfüllen nicht die medizinischen Standards, aber ähnlich wie in Europa auch, verringern sie doch das Risiko der Ansteckung.

 


Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, diesen armen Menschen in den Flüchtlingslagern und Slums so gut wie möglich zu helfen. Also kämpfen wir weiter! Und dafür brauchen wir alle Hilfe, die wir bekommen können. Ihre Hilfe ist jetzt das beste Gegenmittel.

Mohamed Dakane
Leiter SOS-Klinik Mogadischu

 

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