Stellungnahme – 23.04.19

SOS-Kinderdorf zu Sozialhilfe Neu: Kinderarmut wird zwangsläufig zunehmen

"Es ist besorgniserregend, dass die Regierung am Sozialhilfegesetz festhält - trotz der vielen kritischen Stellungnahmen zahlreicher Expertinnen und Experten“, sagt Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf.

Christian Moser

Mir ist völlig unverständlich, warum nicht erkannt wird, dass Not von Kindern der gesamten Gesellschaft die Zukunft nimmt.

Christian Moser

Die Gründe, warum Familien finanzielle Unterstützung brauchen, sind vielfältig: "Arbeitslosigkeit, Krankheit oder sehr niedrige Arbeitseinkommen der Eltern machen das tägliche Leben aus eigener Kraft nicht mehr finanzierbar. Wenn es hier keine Hilfe gibt, haben die Kinder dieser Familien kaum eine Chance, selbst einmal ein stabiles Leben zu führen. Ohne ausreichende Unterstützung potenziert sich die Zahl von Armutsbetroffener in Österreich in wenigen Jahren."
 

Aktuell 26,4 Prozent der Kleinkinder in Österreich armutsgefährdet –Tendenz steigend

Unser Geschäftsführer Christian Moser verweist auf die bereits jetzt schon erschreckend hohen Zahlen zur Armutsgefährdung bei Kindern und Jugendlichen. Laut "Fokus Jugend 2019", einer Datensammlung, die im Auftrag des Bundeskanzleramtes erstellt wird, sind 26,4 Prozent der unter 5-Jährigen, 20,6 Prozent der 6-10-Jährigen, sowie 24 Prozent der 11-15-Jährigen von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. "Diese Zahlen werden mit der Umsetzung des neuen Sozialhilfegrundsatzgesetzes zwangsläufig steigen", ist er überzeugt.

"Die geplanten Einschnitte bei der Sozialhilfe bedeuten eine drastische Einkommensreduktion für die betroffenen Familien. Ein Kind ist nicht für die Einkommenssituation seiner Eltern verantwortlich. Das ist diskriminierend und kinderrechtswidrig", so Moser abschließend.

 

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