Beteiligung – 17. November 2017

Sonderkinderparlament zum Welttag der Kinderrechte

Kinderparlament als Sprachrohr der Kinder

Wir binden Kinder und Jugendliche in alle sie betreffenden Belange ein und ermutigen sie, fĂŒr sich und ihre Rechte einzutreten. Selbstwirksamkeit und SelbststĂ€ndigkeit werden damit gefördert. Das Kinderparlament ist ein Beispiel fĂŒr die Partizipation der jungen Menschen.

Sonderkinderparlament zum Welttag der Kinderrechte

Im Kinderparlament vom SOS-Kinderdorf AltmĂŒnster treffen sich die HaussprecherInnen aller SOS-Kinderdorf-Familien und Wohngruppen. Es sind 14 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren, die fĂŒr die Interessen aller eintreten und mit den pĂ€dagogischen LeiterInnen und dem SOS-Kinderdorf-Leiter ihre WĂŒnsche diskutieren. Hier können sie ihre Meinung sagen und mitbestimmen, was sich verĂ€ndern soll.

Der Themenbogen ist vielfĂ€ltig – es geht um gemeinsame AktivitĂ€ten und die Gestaltung des Lebensumfeldes. Es  werden neue Dorfprojekte vorgestellt. Und es werden Rechte und Regeln geklĂ€rt. GewĂ€hlt werden die HaussprecherInnen demokratisch und ihre Amtsperiode dauert ein Schulsemester lang. Ihrer Verantwortung sind sich die MĂ€dchen und Burschen bewusst. "Ich kann hier sagen, was uns wichtig ist und ich bekomme aktuelle Informationen. Diese erzĂ€hle ich im Haus weiter." erklĂ€rt der 10jĂ€hrige Alexander.
 
FĂŒr die 8-jĂ€hrige Michelle ist die Helmpflicht fĂŒr Radfahrer und Boarder eine gute  Regel. Die BegrĂŒndung ist klar: „Der Helm schĂŒtzt uns vor Verletzungen“. Das MĂ€dchen hĂ€lt auch die MĂŒlltrennungsregel fĂŒr wichtig. Allerdings findet sie, dass sich zu wenige daran halten.


 

Regeln im SOS-Kinderdorf – Warum?

Zum Welttag der Kinderrechte standen die Dorfregeln auf der Agenda des Kinderparlaments. Es sind Regeln, die festlegen, was erlaubt ist und was nicht. Manche finden die Kinder gut, andere engen sie ein. Aber was wĂ€re, wenn es keine Regeln gĂ€be?  SOS-Kinderdorf-Leiter Gerhard Pohl erlĂ€utert: "Die Dorfregeln helfen uns, damit wir gut miteinander leben können. Sie geben uns Orientierung, sie schĂŒtzen uns und sie stellen sicher, dass alle gleich behandelt werden."
 
FĂŒr Selina (11) und Gregor (15) ist es in Ordnung, dass man nicht mit dem Rad durch die Wiese fahren darf. Selina wĂŒnscht sich aber, dass die Regel ĂŒber das Fußballspielen auf der Dorfwiese gelockert wird. Dort ist es nĂ€mlich verboten. Fußballspiele dĂŒrfen zum Schutz der jĂŒngeren Kinder und zur Schonung der GrĂŒnflĂ€chen nur am Fußballplatz stattfinden. Abendruhe fĂŒr AktivitĂ€ten im Freien um 20 Uhr  erscheint dem 14-jĂ€hrigen Jan richtig. Er möchte die Bettgehzeiten geĂ€ndert haben. 
 
Mit der Regel, dass immer nur ein Kind am Trampolin hĂŒpfen darf, haben Natalia, Selina und Robin ein Problem und die Frage, ab welchem Alter man ein Handy haben darf, bewegt viele junge GemĂŒter.

Um die Wiesen zu schĂŒtzen, werden die dorfinternen Verkehrsschilder mit Zusatztafeln ausgestattet. Und fĂŒr die Wiesenradfahrer wird eine kleine, erlaubte Mountainbike-Strecke in Auftrag gegeben. Zu Nachtruhe und Handynutzung wird aufgeklĂ€rt, dass diese nicht als Dorfregel festgelegt sind. Sie werden von den SozialpĂ€dagogInnen, die fĂŒr jedes Kind individuell entschieden. Es werden aber Argumente erarbeitet, die von den jungen Menschen in der nĂ€chsten Familienrunde eingebracht werden können.  Manche Regeln lassen sich zum Wohl der Kinder nicht Ă€ndern und so muss es bei der 1-Person-Trampolinregel bleiben.
 
SOS-Kinderdorfleiter Gerhard Pohl resĂŒmiert: "Es ist klar, dass nicht alle Anliegen wie gewĂŒnscht erfĂŒllt werden können. Uns ist es aber wichtig, die Kinder zu hören und sie ernst zu nehmen. Nur so können wir ihre Entwicklung zu lebensmutigen und verantwortungsvollen jungen Menschen fördern".
 
Punkt fĂŒr Punkt werden die Anliegen im Kinderparlament besprochen und Lösungen gefunden: was die MĂŒllentsorgung betrifft, so bekommen alle Haussprecher den Auftrag, ihre Familien und Gruppen zu erinnern.

SOS-Kinderdorf als gesellschaftspolitische Kraft

SOS-Kinderdorf versteht sich als gesellschaftspolitische Kraft, die fĂŒr eine Verbesserung der Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen eintritt!
Durch die tĂ€gliche Arbeit kennt die Organisation die BedĂŒrfnisse und Interessen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Der Auftrag von SOS-Kinderdorf  ist es daher, diese Erfahrungen zu bĂŒndeln und die Themen junger Menschen in den gesellschaftspolitischen Diskurs einzubringen, um positive, nachhaltige VerĂ€nderungen fĂŒr sie zu bewirken.
 

Weitere Informationen

/* pageName= Sonderkinderparlament zum Welttag der Kinderrechte pagePrefix= breadCrumb=Aktuelles / Sonderkinderparlament zum Welttag der Kinderrechte mainDomain=sos-kinderdorf.at langIdentifier=AT,de */