RAINBOWS – 12.02.21

Die Wunden von Corona sitzen tief

RAINBOWS bietet Kindern und Jugendlichen Halt und Hilfe – bei Trennung, Scheidung, Trauer und Tod.

Die Corona-Zeit war und ist eine massive Zerreißprobe für viele Familien, die Leidtragenden sind Kinder und Jugendliche. Die zum Teil vermehrten Krisenanfragen im SOS-Kinderdorf, die steigende Nachfrage bei RAINBOWS und Scheidungsanwälten, sowie erschreckende Zahlen bei Rat auf Draht - viele Indikatoren zeichnen derzeit ein trauriges Lagebild.

"Wir hatten vergleichsweise im Coronajahr 2020 um 24% mehr Anrufe von Kindern und Jugendlichen zum Thema Scheidung als im Jahr 2019 und um 20% mehr Anfragen zum Thema Probleme mit den Eltern. Die Streitereien und Konflikte zwischen den Eltern, die Kinder und Jugendliche massiv belasten, sind im Jahr 2020 sogar um 93% gestiegen. Auch ein Anstieg der psychischen Gewalt innerhalb der Familie war im Jahr 2020 deutlich spürbar. Hier sind die Anfragen um 56% gestiegen", so Birgit Satke, Leiterin von Rat auf Draht.

Auch das Thema Tod und Trauer ist durch die Corona-Situation nicht spurlos bei den jungen Menschen vorbeigegangen: "Leider verzeichnen wir auch hier, wenn es um Anrufe rund um Trauer geht, einen Anstieg von 29% im Vergleich zum Jahr 2019."

 

RAINBOWS unterstützt im Umgang mit Schmerz

Die letzten Monate waren und sind für viele Familien mit enormen Druck verbunden. Für viele Paare endet die Kommunikation auf den Scheidungspapieren. Das Wohl der Kinder rückt komplett in den Hintergrund.

"Manchmal denken Kinder, sie haben Schuld daran, dass sich ihre Eltern scheiden lassen. Wenn sich Eltern trennen, ist das jedoch immer eine Entscheidung auf der Paar-Ebene, sie trennen sich voneinander, aber nicht von den Kindern", gibt Moritz Kirschner, Landesleiter RAINBOWS Burgenland zu bedenken.

Viele Kinder glauben, dass sie nach der Scheidung einen Elternteil verlieren oder fragen sich, wie das mit dem Kontakt dann weitergehen soll, außerdem wollen sie keinen von beiden kränken und keinen Elternteil missen. Dabei haben Kinder ein Recht, beide Elternteile weiterhin zu sehen, machen die Experten immer wieder aufmerksam.

"Eine Trennung wirbelt das Leben eines Kindes immer durcheinander. Allein durch Ortswechsel Freunde zu verlieren, macht vielen Kindern und Jugendlichen Sorgen." Auch Thema Tod und Trauer ist besonders bei jungen Menschen sehr komplex, die Gefühlskette lang und schwer kalkulierbar. "Kinder lässt der Tod meist noch sprachloser zurück als Erwachsene. Zu viel Unfassbares ereignet sich für sie", so die Landesleiterin RAINBOWS in Kärnten, Ulla Nettek.

In altershomogenen Gruppen geht RAINBOWS im Burgenland, in Vorarlberg und in Kärnten unter dem Dach von SOS-Kinderdorf auf jedes einzelne Kind und seiner Entwicklung gemäß ein. Für Kinder nach Trennung oder Scheidung ist die RAINBOWS-Gruppe da, bei einem Todesfall bietet RAINBOWS auch Einzel- und Familienbegleitung an.

Eines steht dabei immer im Fokus: Der Blick von dem was war, auf das, was kommt, mit der festen Überzeugung, dass dem, was kommt, auch immer etwas Gutes innewohnt.

"Wir können Geschehenes zwar nicht rückgängig machen, aber wir können die Kinder stärken, ihnen helfen, positive Zukunftsperspektiven zu entwickeln, trotz der Belastungen, denen sie ausgesetzt sind."

 

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