Parlamentarische Enquete – 14. November 2018

Kinder- und Jugendhilfe: Einheitliche Standards sind unverzichtbar

Vergangene Woche fand eine Parlamentarische Enquete im Bundesrat zum Thema  "Kinder- und Jugendhilfe quo vadis? Rechte.Chancen.Perspektiven" statt.

Zahlreiche Expertinnen und Experten diskutierten zu Aspekten der Kinder- und Jugendhilfe und den geplanten Veränderungen hin zu einer stärkeren Dezentralisierung der Gesetzgebung. Mit dabei  Elisabeth Hauser, stellvertretende Geschäftsführerin von SOS Kinderdorf, die über das Thema „Rückkehr in die Herkunftsfamilie“ sprach. 

Rückkehr in Herkunftsfamilie

Elisabeth Hauser berichtete über die verbesserte Zusammenarbeit mit dem Herkunftssystem, also den Familien der fremdbetreuten Kinder. Während man früher versuchte Kinder und Jugendliche möglichst von den Einflüssen der Herkunftsfamilie fernzuhalten, weiß man heute, dass wichtige Bezugspersonen aktiv in die Betreuung eingebunden werden sollten. Nur so werden positive Entwicklungsbedingungen ermöglicht. Die durch Eltern oder andere nahe Bezugspersonen übermittelten kulturellen Wurzeln haben große Bedeutung für die Identitätsbildung der Kinder und Jugendlichen. 
Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen fußt auf vier Säulen: 
"Erstens, den Kindern eine tragfähige Beziehung anzubieten, sodass sie Bindung erleben. Zweitens, Professionalität zu wahren, drittens die Kinder und Jugendlichen an Entscheidungen über sie alters- und entwicklungsgemäß zu beteiligen, und viertens, mit ihrem Herkunftssystem zusammenzuarbeiten." 

Bis zu 45 Prozent der betreuten Kinder kehren in ihre Ursprungsfamilien zurück

Bei SOS-Kinderdorf kehren derzeit 45 Prozent der betreuten Kinder in ihre Ursprungsfamilien zurück. "Das muss angestrebt, aber auch geplant und vorbereitet werden", betonte Elisabeth Hauser. 
Dazu ist es nötig, die gesamte Betreuungszeit über mit den betroffenen Eltern in Kontakt zu bleiben, und das erfordere Ressourcen - qualifizierte Fachkräfte. Diese Form der Betreuungsarbeit wird künftig an Bedeutung gewinnen und dafür müssen auch die entsprechenden Mittel zur Verfügung stehen.
"Vor allem braucht es aber Zeit", sagt Hauser.

 

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