Nepal – 23. April 2018

Kinship Care

Eine zweite Chance für die Familie

Mit dem Kinshipcare-Programm werden Großeltern, Tanten und Onkel ermutigt und unterstützt, die Verantwortung für Enkelkinder oder Nichten und Neffen zu übernehmen.

Als das Beben das Haus von Ansu und Nabin zerstörte, standen sie vor dem Nichts. So wie viele in ihrem Dorf. In ihrer Verzweiflung gab es nur eine Wahl: Über die Grenze zu flüchten und dort nach Arbeit zu suchen und Geld für einen Neuanfang zu sparen.

In Übereinkunft mit Nabins Onkel übergaben sie die 14-jährige Tochter Angela dessen Familie. Schwerzen Herzens stimmte auch Angelas Mutter zu. Die Gewissheit ihre Tochter in guten Händen zu wissen, erleichterte den Abschied etwas. Doch bald schon war die Familie von Nabins Onkel überfordert. Angela spürte die Belastung. Sie wurde gedrängt, die Schule abzubrechen und wie viele Mädchen in ihrem Alter als Hausmädchen zu arbeiten.

Großeltern helfen gern, auch wenn sie selber wenig besitzen. Damit das neue Gefüge durch finanzielle Engpässe nicht durcheinander gerät, erhalten die Großeltern im Rahmen von Kinshipcare eine finanzielle Unterstützung. Regelmäßige Besuche einer SOS-Helferin erheben  immer wieder aufs Neue den aktuellen Bedarf.


Nur durch Zufall wurde eine Mitarbeiterin des SOS-Nothilfe-Teams auf die unglückliche Lage Angelas aufmerksam. Bei einem Gespräch erzählt Angela von der weit entfernt wohnenden Großmutter, die sie sehr liebt. So organisierte SOS-Kinderdorf ein Wiedersehen und Angela wohnt seitdem bei ihrer Großmutter. Weil diese selber wenig besitzt, bezahlt SOS-Kinderdorf im Rahmen des Kinship-Programmes das Schulgeld für Angela und sichert mit einem kleinen finanziellen Beitrag auch den Unterhalt der beiden Frauen.

 

Neben Großeltern werden auch Tanten, Onkel oder bereits erwachsene Geschwister ins Kinshipcare aufgenommen. 


Als kurzfriste Nothilfe-Maßnahme geplant, unterstützt das Kinshipcare-Programm von SOS-Kinderdorf seit 2015 Großeltern, Tanten, Onkel, aber auch erwachsene Schwestern und Brüder, damit Kinder im erweiterten Familienverband leben und aufwachsen können. 350 Kinder werden derzeit unterstützt. Das Programm wird auch nach dem Ende der Nothilfe fortgesetzt und soll sogar ausgebaut werden.

 

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