Ein besseres Klima für Kinder – 20.01.21

Nachhaltige Grüße aus der Hinterbrühl

Andreas Kramer, Dorfmeister im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl möchte den Kindern Nachhaltigkeit näher bringen.

Andreas Kramer ist seit 4 Jahren Dorfmeister im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl und hat in dieser Zeit viel Positives bewirkt. Ein besonderes Anliegen ist es ihm, die Kinder und Jugendlichen für die Natur und eine nachhaltige Lebensweise zu begeistern. Wie ihm das gelingt, hat er uns erzählt: 


Seit vier Jahren arbeite ich nun im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl als Dorfmeister – und ich kann euch sagen: Es gibt immer was zu tun! Allein schon den Standort intakt zu halten – mit all den Grünflächen, Häusern, Spielflächen, Autos, Parkflächen, Wegen, Maschinen, EDV, Spenden, Brunnen, Quellen, Wald, Sicherheit, Veranstaltungen ... Ein umfangreiches Betätigungsfeld, diese Dorfmeisterei!

Bei meinem Antritt als Dorfmeister hatte ich die Vision, das Dorf naturnäher zu gestalten: den Lärm der Rasenmäher durch blökende Schafe zu ersetzen, das eine oder andere Gemüsebeet anzulegen, vielleicht auch ein paar Hühner zu halten, um tollen Kompost für die Beete bereitstellen zu können. Das alles natürlich in Abstimmung mit der SOS-Kinderdorfleitung, den PädagogInnen und mit den Kindern und Jugendlichen. 

Zug um Zug haben wir dringliche und wichtige Angelegenheiten in diesem Sinne erledigt. Die teilweise musealen Heizsysteme wurden modernisiert, viele bauliche Erneuerungen und technische Verbesserungen wurden umgesetzt. Dabei lag der Fokus immer darauf, die Energiebilanz zu verbessern und die Investitionen langfristig nutzen zu können. 

Einen Sommer lang hatten wir sogar schon "Leihschafe" bei uns am SOS-Kinderdorf-Gelände. Am meisten darüber gefreut haben sich die Kinder und Jugendlichen. In Kooperation mit "Natur im Garten" haben wir die ersten gestalterischen Maßnahmen gesetzt und schließlich das Projekt Gemeinschaftsgarten gestartet. Übrigens: "Natur im Garten" ist eine Aktion, die das Bundesland Niederösterreich im Jahr 1999 ins Leben gerufen hat. Sie steht für Ökologisierung von Gärten und Grünräumen und legt fest, dass diese ohne chemisch-synthetische Pestizide und Dünger und ohne Torf gestaltet und gepflegt werden. Und das ist bei uns im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl schon ein Thema, da wir ja durch unsere Größe sehr viele Grünflächen haben. Ob all das schon Wirkung zeigt? Und ob! Letzten Sommer wurde bereits sparsamer gemäht und plötzlich blühten Pflanzen, die wir bisher noch nie gesehen hatten. Einige DorfbewohnerInnen bemerkten sogar, dass die Vielfalt und die Anzahl der Insekten zugenommen hatten. Genau das wollen wir doch alle, oder? 

Es geht um das Gesamte, um das bestmögliche Heranwachsen der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen in einer Welt, in der man die Natur achtet und schätzt und sich ihres kostbaren Werts bewusst ist. Und in der man schließlich nicht erst an Mülltrennung, sondern schon an Müllvermeidung arbeitet. Mir persönlich ist es wichtig geworden, Kinder und Jugendliche für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und ihnen einen Baukasten an Infos über Ökologie mitzugeben. Und das ist gar nicht so schwer umzusetzen bei uns im SOS-Kinderdorf – mit all den Ressourcen und Unterstützungsmöglichkeiten.

Wir sind auf dem Weg und arbeiten weiter – den Blick immer auf die Gemeinschaft, auf das gesamte Dorf  und genau genommen sogar darüber hinaus gerichtet. Und wie sagt Bob der Baumeister? "Wir schaffen das!"

Liebe Grüße aus der Hinterbrühl!

 

Dorfmeister Andreas inmitten der Bewohnerinnen und Bewohner vom SOS-Kinderdorf Hinterbrühl.