Mit Bildung gegen die Armut

Von einem Tag auf den anderen veränderte sich das Leben des damals 14-jährigen Shantha aus Sri Lanka schlagartig. Er hatte mit dem krankheitsbedingten Tod seines Vaters nicht nur ein Elternteil verloren, sondern stand plötzlich auch in der Verantwortung.

Shantha als Jugendlicher im SOS-Jugendwohnhaus in Piliyandala und als Arzt in seinem Büro.
Shantha und seine Schwestern sollten ein Leben voller Hoffnung, Zuversicht und Zukunftschancen führen. Das war der große Traum seines Vaters. Die älteste Schwester des Jungen hatte gerade die Aufnahmeprüfung an einer Uni bestanden, musste nach dem Tod des Vaters aber wieder zur Arbeit auf dem Reisfeld zurückkehren. Die Familie konnte sich das Studium nicht mehr leisten. Dem klugen Shantha stand ein ähnliches Schicksal bevor, was vor allem seiner Mutter das Herz brach. Der Traum des Vaters schien zu zerplatzen. Doch dann kam alles anders.
 

Der Wendepunkt

Durch Zufall wurde Shantha auf ein Stipendienprogramm (Hermann- Gmeiner-Scholarship) von SOSKinderdorf aufmerksam, was sein Leben völlig verändern sollte. Nach der Bewerbung war die scheinbar verbaute Chance auf eine hoffnungsvolle Zukunft plötzlich wieder da. Auch deshalb erinnert sich Shantha noch heute an jedes Detail des ersten Besuchs der Familienhel- ferinnen und -helfer aus dem SOSKinderdorf Piliyandala: "Ich war so nervös, es ging um meine Zukunft. Zum Glück hat meine Mutter viel gesprochen und gutes Essen gekocht." Schon kurze Zeit später stand fest, dass Shantha in das Programm aufgenommen werden würde.
 

Lernen fürs Leben

Die Freude darüber war so groß, dass der Umzug in das SOS-Jugendwohnhaus in Piliyandala nahe der Hauptstadt Colombo nicht allzu schwerfiel. "An der Hermann-Gmeiner- Schule nebenan war alles sehr modern. Ich bin dort aber nicht nur zur Schule gegangen, sondern habe auch viel fürs Leben gelernt", sagt Shantha. Gemeinsam mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern half er jüngeren Kindern beim Lernen. Das hat ihn und seinen weiteren Werdegang sehr geprägt, erzählt der heute 43-Jährige. Als praktischer Arzt steht Shantha heute wie damals anderen Menschen zur Seite, die auf seine Hilfe angewiesen sind. Er selbst fand vor über 20 Jahren den Ausweg aus der Armut auch mit der großen Unterstützung anderer. Und mit der Macht der Bildung.
 

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