Minerva – 31.07.19

Startrampe in die Integration

19 Mädchen und Buben aus Somalia, Afghanistan, Syrien, Venezuela und dem Sudan nahmen heute in Salzburg ihre Minerva-Abschlusszeugnisse in Empfang.

Mit viel Fleiß, Engagement und Lernwille nutzten auch im Moduljahrgang 2018/19 junge Menschen das SOS-Kinderdorf Basisbildungsprogramm als Startrampe in den Arbeitsmarkt und weitere Bildungsmaßnahmen. Wir sind stolz auf Euch und Eure Leistung und freuen uns mit Euch.
 

Ali Reza und Fatima, 22 Jahre (Afghanistan)
"Mein Mann Ali Reza hat Minerva vor ein paar Jahren besucht. In diesem Jahr hat es bei mir mit einem Platz geklappt. Ali hat seinen Dienst so legen können, dass er auf unseren kleinen Sohn aufgepasst hat, wenn ich bei Minerva war. Jetzt möchte ich eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau machen. Dank Minerva habe ich nun gute Chancen."

 

Begri, 22 Jahre (Sudan)
"Im September mache ich den Pflichtschulabschluss und starte parallel mit einer Lehre in einem Gastronomiebetrieb. Mein Lieblingsfach bei Minerva war Geografie."

 

Hashmatullah, 22 Jahre (Afghanistan)
"Mein nächstes Ziel ist der Pflichtschulabschluss. Dann hoffe ich, den Wiedereinstieg in die IT-Branche zu finden. In meiner Heimat habe ich bereits in diesem Bereich gearbeitet. Ich freue mich sehr, dass meine Mentoren Angelika Vogt und Leo Fischer heute bei der Zeugnisverteilung dabei waren."

 

Nobar, 19 Jahre (Syrien)
"Minerva hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe gute Freunde gefunden. Im Herbst fange ich bei der Firma Sony zu arbeiten an."

 

Mehr als nur Deutsch lernen

"Mit Minerva unterstützen wir nun schon seit 2008 junge Menschen mit Migrationshintergrund, die einen Anschluss ins Bildungs- und Ausbildungssystem suchen", erklärt Leiterin Waltraud Krassnig das Projekt. "Wir geben ihnen unabhängig von ihrem Asylstatus den Schlüssel für eine gelungene Integration an die Hand." Dabei geht es um weit mehr als nur um das Erlernen der deutschen Sprache. In drei aufeinander aufbauenden Modulen - entweder im Vormittags- oder Nachmittagsunterricht - lernen die Schülerinnen und Schüler in fast einem Jahr auch jenes Grundwissen, das für den Einstieg in externe Pflichtschulabschluss-Lehrgänge, für weiterführende Bildungsmaßnahmen oder für den Einstieg in den Arbeitsmarkt erforderlich ist. Auf dem Stundenplan stehen Deutsch, Mathematik, Geschichte, Geografie, Biologie, Englisch sowie Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Zusätzlich zu dieser Basisbildung lernen die jungen Menschen durch Projekte, Themen-Workshops, Exkursionen und fächerübergreifenden Unterricht die Kultur und Gesellschaft Österreichs kennen.
 

Minerva vermittelt Basiswissen für junge Menschen mit Migrationshintergrund, die nicht mehr schulpflichtig sind, ganz unabhängig von deren Asylstatus.

 

 

Fleiß, Ehrgeiz und Disziplin

Um die Chance auf ein positives und selbstbestimmtes Leben nutzen zu können, brauchen die Minerva Schülerinnen und Schüler vor allem viel Fleiß, Ehrgeiz und Disziplin. Das wissen die jungen Leute, die sich bei Minerva bewerben. So auch Aden, der täglich fast 60 km von Pfarrwerfen nach Salzburg fährt, das doppelte Pensum Hausaufgaben verlangt und die Minerva-Bibliothek schon von vorn bis hinten durchgelesen hat. Auch die durchschnittlichen Gesamt-Anwesenheitsquoten von 95 % und mehr sprechen für sich.
 


Liebes Minerva! Ich habe bei dir gelernt, mir ist viel gelungen, ich hatte gute Tage mit dir, du wirst in meinem Herzen bleiben.

Hana
Schülerin im Bildungsprogramm MINERVA

 

Minervas schreiben Erfolgsgeschichten

Ein Einsatz, der sich schon für viele gelohnt hat. So zum Beispiel für Rulan und Rony. Die jungen Männer aus Syrien haben nach einem erfolgreichen Minerva Abschluss die HTL in Salzburg besucht und bekamen sogar im Rahmen des Förderprogramms START ein Stipendium zur Unterstützung auf dem Weg zur Matura. Mit gerade einmal 16 Jahren flüchtete Hevy ganz allein aus Syrien. Das mutige Mädchen nutzte die Chance und startete nach Minerva in ihren Traumberuf als pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin in einer Apotheke in Bürmoos.

 

Mädchen bei ihrer Ausbildung
Hevy bei ihrer Arbeit als pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin

 

Auch Ruaa möchte Apothekerin werden. Die meisten in ihrer KlassenkameradInnen haben schon Zukunftspläne. Norshan, Masumeh und Hassan möchten einen externen Pflichtschulabschluss machen und die 16jährige Hana, die mit ihrer Familie aus dem Iran nach Salzburg kam, besucht ab Herbst das Bundesoberstufenrealgymnasium im Salzburger Nonntal. Wir von SOS-Kinderdorf freuen uns schon jetzt wieder auf die stolzen Gesichter bei der Zeugnisübergabe und hoffen, dass es auch zukünftig noch viele Minerva Erfolgsgeschichten geben wird.

 

Weitere Eindrücke

Erfahren Sie mehr über das Minerva-Programm

Weitere Artikel