Bucherfolg – 29. Jänner 2018

Von Krankheit, Rückschlägen und Triumphen

Veliano Tembo, aufgewachsen im SOS-Kinderdorf Lilongwe in Malawi, erzählt seine Lebensgeschichte im Buch "The Mystery of an Assured Future".

"Das Heute nicht als Garant für die Zukunft zu sehen und den Wert seiner Familie zu schätzen wissen“, das sind die wichtigsten Lektionen, die Veliano Tembo vom Leben gelernt hat. Veliano ist 28 Jahre alt und im SOS-Kinderdorf Lilongwe in Malawi aufgewachsen. Vor kurzem veröffentlichte er seine bisherige Lebensgeschichte in seinem Buch "The Mystery of an Assured Future" (Das Geheimnis einer gesicherten Zukunft). Es erzählt von Schmerz und Verlust, aber auch von der Unterstützung die Veliano auf seinem Weg erfahren durfte.
 
Bei der Lesung von Veliano Tembo in Kenia war auch SOS-Kinderdorf-Präsident Siddharta Kaul anwesend.

Ein schwieriger Start

Nach dem Tod der Eltern lebte er ein Jahr lang auf der Straße, im Alter von fünf Jahren kam er ins SOS-Kinderdorf. Dort blühte Veliano auf. Während seiner Studienzeit am International College in Ghana war der junge Mann durch eine damals unheilbare Nervenerkrankung über Jahre ans Bett gefesselt. Mit einem unerschütterlich Glauben an sich selbst und seine Genesung kämpfte er sich ins Leben zurück. Seine SOS-Kinderdorfmutter war dabei sein Fels, wie er selbst sagt. Nach seiner letzten Operation im Jahr 2016 schrieb Veliano seine Geschichte auf und veröffentlichte sie im Eigenverlag bei Amazon.de.Werfen Sie einen Blick in sein Buch (in Englisch) .
 
Veliano mit fünf Jahren bei seinem ersten Tag im SOS-Kinderdorf Lilongwe.

Von der Idee zum Buch

Die Idee dazu kam Veliano eher zufällig, während eines Krankenhausaufenthaltes. "Das Schreiben lenkte mich von den Schmerzen ab. Ich hatte Zeit, die Wendungen in meinem Leben aus der Distanz zu betrachten", so der junge Schriftsteller kürzlich bei einer Lesung in Nairobi. "Das Buch habe ich in erster Linie geschrieben um meinen Frieden zu finden, aber auch um meine Geschichte zu erzählen."

Vom Straßenkind zum Student am College

Veliano ist das jüngste von sieben Kindern. Seine Mutter starb 1993, sein Vater ein Jahr später. Nach dem Tod der Eltern beanspruchten die Verwandten sämtliches Hab und Gut, die Kinder wurden zurückgelassen – in völliger Armut. Sie lebten von der Hand in den Mund. Ein Jahr später, als Veliano fünf Jahre alt war, fanden er und seine Geschwister im SOS-Kinderdorf Lilongwe in Malawi ein neues Zuhause. "Dort konnte ich meine verlorene Kindheit wiederfinden. Ich war Teil einer außergewöhnlichen Familie!", erinnert sich Veliano gerne. "Meine SOS-Kinderdorfmutter ist mein Fels. Ihr vertraue ich". Seine SOS-Kinderdorfmutter gab ihm Stabilität, Vertrauen und Rückhalt. Sie ermutigte ihn auch, sich für das Internationale Hermann-Gmeiner-College in Tema, Ghana in Tema, Ghana, zu bewerben. Er wurde angenommen, die Zukunft schien gesichert.
 
Veliano bei seiner Lesung. Er glaubte immer unerschütterlich an seine Zukunft - auch dank seiner SOS-Kinderdorfmutter, die sein Fels war, wie er selber sagt.

Ein Rückschlag - das Ende?

Doch dann ein Rückschlag. Veliano leidet an einer degenerativen Nervenerkrankung, bei der sich die die Nervenzellen in Gehirn und Rückenmark zurückbilden. Der Arzt gab ihm fünf Jahre. "Ich war am Boden zerstört", erinnert sich Veliano. „Meine Zukunft, die so sicher schien, bröckelte. Dann habe ich eine Münze in meiner rechten Tasche gefunden - ein ghanesisches Cede. Ich legte sie auf meinen Schreibtisch und sah sie an. Ich sagte mir, dass ich so beständig wie diese Münze wäre und dass mein Leben zur richtigen Zeit und am richtigen Ort wertvoll wäre, genau wie diese Münze."

Sein positives Denken und eine große Portion Glück haben 2009 sein Leben wieder verändert. Eine neuerliche Diagnose ergab, dass seine Krankheit therapierbar ist. Seine Zuversicht war wieder da. Trotz ständiger Kopfschmerzen und Taubheitsgefühlen studierte er an der Universität in Südafrika und machte seinen Abschluss in Informatik. Mit diesem Abschluss wurde er Lehrer für Informationstechnologie und Kommunikation.
 
Veliano am Campus der Universität in Kapstadt.

"Meine Familie war immer für mich da!"

"Ich betrachte mich als Kämpfer, denn die Dinge entwickeln sich nicht immer so, wie du denkst. Ich lasse das Leben atmen und genieße einen Tag nach dem anderen ", sagt Veliano. "Meine SOS-Familie war immer für mich da! Sie werden immer in meinem Leben sein. Sie sind stolz auf mich und erkennen, was ich bisher erreicht habe und dass aus dieser schlimmen Situation etwas Gutes geworden ist. Es hilft, wenn Menschen über meinen Zustand hinaussehen und meine Fähigkeiten erkennen."
 

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