1. März 2017 | Armut

Kinderarmut bedeutet Ausgrenzung

In Österreich leben rund 380.000 Kinder und Jugendliche in armuts- und ausgrenzungsgefährdeten Haushalten.

Ein neues Faschingskostüm kaufen, die Kindergartenfreunde zur Faschingsparty nach Hause einladen, Krapfen essen und Konfetti und Luftschlangen in der Wohnung herumwirbeln das haben in den letzten Tagen viele Kinder in Österreich erlebt. Viele Kinder aber auch nicht.

In Österreich leben rund 380.000 Kinder und Jugendliche in Haushalten, die als armuts- und ausgrenzungsgefährdet gelten. Ganz konkret bedeute das für diese Kinder und Jugendlichen, dass es für sie nicht möglich ist, vielen organisierten Freizeitaktivitäten nachzugehen, an Schulausflügen teilzunehmen oder zum Teil nicht einmal Freundinnen und Freunde zum Spielen, Essen oder zu einer Faschingsparty nach Hause einzuladen.


"Die Folgen für Kinder und Jugendliche sind soziale Ausgrenzung und Benachteiligung. Diese Erfahrungen sind für Kinder demütigend und belastend."

Christian Moser, Geschäftsführer SOS-Kinderdorf


Am heutigen Aschermittwoch möchte SOS-Kinderdorf diese Kinder und ihr Familien in den Mittelpunkt stellen und aufzeigen, was es für eine gute Zukunft für sie braucht.


Auswirkung auf das ganze Leben

Armut belastet Kinder und Jugendliche und kann mit Lernschwächen, Krankheitssymptomen und Mobbing einhergehen. Armut macht krank und Krankheit macht arm. Nicht selten besuchen Kinder von Alleinerzieherinnen krank den Schulunterricht, da die Eltern bzw. Elternteile die Pflegetätigkeit zuhause aufgrund der Angst um den Arbeitsplatz nicht übernehmen können. Das sind bedenkliche Entwicklungen, die nicht nur Einfluss nehmen auf die Entwicklung und das Wohlbefinden im Kinder- und Jugendalter, sondern Auswirkungen auf den gesamten zukünftigen Lebensweg haben. Es zeigt sich, dass Kinder, die in Armut aufwachsen, in vielen Fällen auch benachteiligte Erwachsene werden.
 

Risiko für Fremdunterbringung

Armut ist ein Schlüsselfaktor, warum Kinder die elterliche Fürsorge verlieren. SOS-Kinderdorf als international tätige Kinder- und Jugendhilfsorganisation erlebt in der Arbeit mit Eltern und Kindern täglich, wie Armut in Kombination mit anderen familiären Krisen dazu führen kann, dass Familien auseinanderbrechen.

Das gilt für den internationalen Bereich genauso wie für Familien in Österreich. Viele dieser Kinder könnten tatsächlich bei ihrer Herkunftsfamilie leben, wenn angemessene soziale Schutzsysteme zur Verfügung stünden Daher baut SOS-Kinderdorf die Kapazitäten und die Widerstandsfähigkeit von Familien und Gemeinden auf, um den Teufelskreis von Armut und Ausgrenzung zu durchbrechen. Wir arbeiten mit Partnern, um Familien zu fördern und unterstützen Familien dabei, einkommensschaffende Maßnahmen zu ergreifen und das Haushaltseinkommen verwalten zu können. Ein Beispiel dafür in Österreich ist die mobile Familienarbeit von SOS-Kinderdorf.
 
 
SOS-Kinderdorf baut die Kapazitäten und die Widerstandsfähigkeit von Familien und Gemeinden auf, um den Teufelskreis von Armut und Ausgrenzung zu durchbrechen.
 

Gegen Kürzung der Mindestsicherung

Eine existenzsichernde finanzielle Unterstützung durch den Staat in schwierigen Lebenslagen ist eine entscheidende Grundvoraussetzung, um Armutsgefährdung von Familien zu vermeiden und aus der Armutsspirale auszubrechen. SOS-Kinderdorf spricht sich daher ganz klar gegen eine Kürzung der Mindestsicherung aus, wie in den letzten Monaten immer wieder zur Diskussion gestellt war. "Diese Maßnahme würde die Situation von Kindern und Jugendlichen eklatant verschärfen", sagt Moser. "Wer die Mindestsicherung kürzt, nimmt damit bewusst in Kauf, dass die Kinderarmut in Österreich zunehmen wird."

Im Sinne der Prävention von Fremdunterbringung sowie der Bemühungen um die Rückkehr von Kindern zu ihren leiblichen Eltern müsse eine angemessene finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand, die ein würdevolles Leben ermöglicht, in Form der Mindestsicherung zur Verfügung stehen. (Mehr dazu...)

 

Weiterführende Links

  • Mobile und ambulante Familienarbeit von SOS-Kinderdorf

  • Mindestsicherung: SOS-Kinderdorf warnt vor zunehmender Kinderarmut

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