2013: Kinderrechte on Tour in Altmünster und Guntramsdorf

Katharina Thon berichtet von den letzten Tourstationen für 2013.

Altmünster/ Rechberg

„Nur adäquate Beteiligung wird später Früchte tragen – einfach nur beteiligen reicht nicht aus“
 
 
14.11.2013 - Annemarie Lammer, pädagogische Leiterin in der KRIWG Simba, betonte gleich zu Beginn unseres Workshops die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit dem Thema Beteiligung. Vor allem das Mitentscheiden, das Meinung bilden können aber auch das Erklären sind hier wichtige Bestandteile. „Adäquate Beteiligung heißt auch einem Jugendlichen zu erklären, warum etwas vielleicht nicht so gemacht wird, wie er es gerne hätte, denn so wird es im Leben immer mal wieder sein.“, ergänzte Eduard Hofer die Ausführungen von Annemarie Lammer.

Schnell haben meine Kollegin Elisabeth und ich gemerkt, dass in Altmünster und Rechberg sehr bewusst mit dem Thema Beteiligung umgegangen wird und es bereits in den Angeboten verankert ist. Beispielsweise gibt es bereits 2 Beteiligungsbeauftrage: einen in der JWG und einen für das Kinderdorf. Darüber hinaus finden 3 - 4 mal pro Jahr Kinderrunden statt, in denen Kinder aus allen Angeboten – nach Alter gestaffelt – zusammenkommen und über die verschiedensten Themen diskutieren und sich austauschen können. Zusätzlich veranstalten die Angebote einmal wöchentlich stattfindende Kinderteams – auch hier haben Kinder die Möglichkeit zu Wort zu kommen und gehört zu werden. Einen neuen Blickwinkel brachte dahingehend Kinderdorfmutter Ulrike Reisinger ein: „In meiner Kinderdorffamilie funktioniert alles was eben nicht initiiert ist. Oft entscheide ich aus der Situation heraus und Diskussionsrunden entstehen von selbst wenn wir z.B. beim Abendbrot sitzen.“

In diesem Prozess sehen sich die MitarbeiterInnen selbst als VermittlerInnen, HelferInnen in der Not, DompteurInnen, PolitikerInnen oder KünstlerInnen – deren Aufgabe es ist, Beteiligung geschickt zu gestalten, verantwortungsvoll in den Alltag zu integrieren und die Kontinuität zu wahren. „Beteiligung ist Kunst und wir sind die Künstler“, so Eduard Hofer.


Guntramsdorf

"Wenn das Team eine beteiligungsfördernde Grundhaltung hat, sind Foren, Runde, Parlamente etc. von sekundärer Bedeutung."
 
 
Hierin waren sich die beiden pädagogischen Leiter Stefan Turri und Gerhard Haller einig: Kein Setting kann eine Grundhaltung ersetzen. Im Vordergrund steht hier die direkte Kommunikation mit den Jugendlichen. „Das was wir als PLs von unseren MitarbeiterInnen erfahren, wurde bereits durch die Wahrnehmung eines Erwachsenen gefiltert. Wenn wir wissen wollen, was einen Jugendlichen bewegt, ist es wichtig direkt mit ihm zu sprechen.“, so Stefan Turri. Darüber hinaus sind Mitsprachemöglichkeiten im Alltag, allem voran bei den Speiseplänen, der Wahl der Hobbies, Gruppenaktivitäten und der Wohnraumgestaltung in den JWGs selbstverständlich. Bei Gerhard Haller geht die Beteiligung sogar darüber hinaus. Die Jugendlichen werden in der Erstellung des Berichtes an das Jugendamt miteingebunden. „Kein Bericht verlässt die WG ohne die Zustimmung des betroffenen Jugendlichen“, so Gerhard Haller.

Ergänzend zu der bereits vorhandenen Grundhaltung wurde das Thema Beteiligung durch den Kinderdorfleiter Ernst Kirchner strukturell verankert. Im Zweimonatsrythmus finden sogenannte Jugendforen statt, in denen alle Jugendlichen die Möglichkeit haben zusammenzukommen, um gemeinsam für sie wichtige Themen zu besprechen. „Ich möchte darüber hinaus pro WG einen Jugendlichen als SprecherIn wählen lassen. Alle 3 Monate gibt es denn ein Treffen mit den WG Sprechern und mir. Ich möchte den Jugendlichen so die Möglichkeit geben, sich direkt mit mir auszutauschen.“, so Ernst Kirchner.

Immer wieder betont wurde von beiden pädagogischen Leitern die Problematik hinsichtlich betreuungsintensiver Jugendlicher. Hier braucht es einen besonders verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema Beteiligung.

Bilder: Katharina Thon und Elisabeth Schaffelhofer
Altmünster (vlnr): Mag.a Sabine Zoister (PL SOS-KDF Altmünster), Reinhold Kapusta (PL SOS-KD Rechberg), Annemarie Lammer (PL SIMBA & Tabaluga), Wilma Scheucher (PM Altmünster), Mag.a Eduard Hofer (SozPäd JH), Marietta Loidolt (KDM), Ulrike Reisinger (KDM), Simone Beranek (PM Altmünster), Mathias Wälde (Fachbeauftragter Tabaluga), Mag.a Carina Spitzbart (Fachbeauftragte Simba), Anna Pichlmann (Praktikantin)
Guntramsdorf (vlnr): Ernst Kircher, Stefan Turri, Katharina Thon, Gerhard Haller, Elisabeth Schaffelhofer
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