Kareem ist Zuhause

Mit der Hilfe und Unterstützung von SOS-Kinderdorf wurde der Onkel von Kareem gefunden und wieder mit seinem Bruder vereint.

Wenn Kareem aus Damaskus nach der Schule in den Laden seines Onkels stürmt, lachend, voller Lebensfreunde, seinen Bruder im Schlepptau - da verstummt sein Onkel hinter dem Tresen. Er fasst sich gerührt an sein Herz und dankt Gott, dass wenigstens ein Teil seiner Familie wieder unter seinem Dach vereint ist.

Vereint und glücklich: Kareem und sein Bruder haben sich wiedergefunden und wohnen jetzt beim Bruder ihrer Mutter. So wie Kareem leben derzeit viele Kinder in Interim Care Center von SOS-Kinderdorf in Damaskus und Tartous. Sobald Angehörige gefunden werden, wird die Familie vereint und je nach Bedarf mental oder finanziell unterstützt. Kinder ohne Angehörige wechseln in eine Familie in einem der zwei SOS-Kinderdörfer in Syrien.

Während der blutigsten Kämpfe in Aleppo riss der Kontakt zu seiner Schwester und zur Familie seiner Schwester ab. Er betete hoffnungsvoll, die Familie möge rechtzeitig geflohen sein und irgendwo in einem Flüchtlingscamp Schutz gefunden haben. "Möge ihnen Gott Kraft geben und sie zu mir bringen!" Jeden Tag hoffte er auf ein Lebenszeichen.

 

Kareem hingegen dachte wenig bis gar nicht an seinen Onkel. Er wusste, dass seine Mutter regelmäßig mit ihm telefonierte und sie ihn wohl sehr gern hatte, denn nach den Telefonaten glitzerten Tränen in den Augenwinkeln der Mutter. Dann kam der Krieg, Aleppo wurde bombardiert und die Kindheit Kareems zerfiel in Staub und Blut. Seine Mutter starb vor seinen Augen. Er erinnert sich an die Flucht über Berge aus Schutt, durch Schluchten aus Ruinen, über verdorrte Felder in mondhellen Nächten, an den tröstenden Händedruck seines Bruders, der ihm Sicherheit gab. Und er erinnert sich an seinen liebevollen Papa, der ihm, überfordert vom Tod seiner Frau und vom Krieg, ein fremder und gefährlicher Mann wurde.

In einer Stadt, Kareem erinnert sich nicht an den Namen, standen sie in einer Menschenmenge. Plötzlich: Panik, Chaos, Geschrei. Als sich der Staub legte, war sein Bruder fort, verschwunden. Kareem allein. Hilflos. Ausgeliefert.

Mit diesem Tag war Kareems Kindheit entgültig beendet.

Die neue Familie im Laden des Onkels. Der Laden wurde von SOS-Kinderdorf finanziert, damit der Onkel über ein regelmäßiges Einkommen verfügt, um sich bestmöglich um die Kinder seiner verstorbenen Schwester kümmern zu können.

Wochen später brach im Interim Care Center ein traumatisierter Bub sein Schweigen und erzählte einer Psychologin seine furchtbare Geschichte. Es war Kareem. Ja, er hätte wohl einen Onkel in Damaskus, mit dem seine Mutter regelmäßig telefonierte. So machte sich das Team auf die Suche nach Kareems Onkel.

 

Bis Angehörige gefunden werden bleiben Kinder wie Kareem bei SOS-Kinderdorf, werden betreut und wachsen in einem geschützten Umfeld auf. Wird niemand gefunden, werden die Kinder dauerhaft in eine Familie im SOS-Kinderdorf aufgenommen.

Wieder unzertrennlich und glücklich: Kareem und sein Bruder.

Bei Kareem kam es anders. Sein Onkel wurde tatsächlich gefunden! Und wer wartete dort ebenfalls auf ihn? Sein geliebter Bruder! Es klingt fast nach einem Wunder.

 

Nun wird sein Onkel finanziell unterstützt, damit er sich bestmöglich um seine Neffen kümmern kann. Die Brüder sind überglücklich, sich gefunden zu haben. Nur manchmal, wenn der Onkel das Portrait seiner Schwester hervorholt, werden alle drei sehr ruhig, fassen sich an den Händen und sind unglaublich dankbar, dass zumindest ein kleiner Teil ihrer Familie noch zusammen ist. 

 

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Ein sicherer Schlafplatz! Mit unserer Aktion "Jetzt Kindheit retten" unterstützen Sie die Familiestärkungsprogramme in Österreich und in aller Welt, zum Beispiel auch in Syrien.

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