Internationaler Mädchentag am 11.Oktober
Girlpower - 11. Oktober 2017

Internationaler Mädchentag am 11. Oktober

Girlpower!

„Heute am Weltmädchentag sollten wir darüber nachdenken, was wir tun können und müssen, um starke, selbstbewusste Mädchen heranwachsen zu lassen."

Susanne Maurer-Aldrian, Geschäftsleiterin-SOS Kinderdorf

Weltweit gehen 62 Millionen Mädchen nicht zur Schule, sie werden im Kindes-/Jugendalter verheiratet, werden schwanger oder Opfer sexueller und körperlicher Gewalt. In China und Indien werden weibliche Föten abgetrieben, seit neuestem macht die vorgeburtliche Geschlechterselektion auch auf dem Balkan Schlagzeilen: Mädchen unerwünscht! In vielen Kulturkreisen wird die Welt für Buben in der Pubertät immer größer, für Mädchen kleiner. Auch in unserer Gesellschaft ist Mädchensein nicht leicht. In Österreich verdienen Frauen im Schnitt immer noch um 23 Prozent weniger als Männer. 90 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen.
 

"Wir müssen ihnen alle Chancen bieten..."

"Heute am Weltmädchentag sollten wir darüber nachdenken, was wir tun können und müssen, um starke, selbstbewusste Mädchen heranwachsen zu lassen.", sagt Susanne Maurer-Aldrian, Geschäftsleiterin von SOS Kinderdorf. "Wir müssen ihnen alle Chancen bieten, ein selbstbestimmtes, zufriedenes Leben führen zu können - gute Arbeit finden, gutes Geld verdienen, gerne Frau und Mutter sein.

Unsere Mädchen sind super höhentauglich und doch im Sinkflug. Während Mädchen in Schulen und an Universitäten häufig besser abschneiden als junge Männer, kehrt sich das Bild im späteren Erwerbsleben. Diese Perspektive ist vielen Mädchen bewusst und so folgen sie brav dem gesellschaftlichen Plan. Prekäre Lebensbiografien werden nicht selten vererbt.“
 

Themen im Alltag einer Mädchen WG

Die Themen, mit denen die SozialarbeiterInnen und PädagogInnen im „SOS-Kinderdorf Mädchenwohnen“ täglich konfrontiert werden, sind vielfältig: physische und psychische Gewalt, Rollenbilder, Frauenbilder, Medieneinfluss, Migration, selbstschädigendes Verhalten, Drogenkonsum, Hygiene, Beziehung, Beziehungsaufbau, Ausbildung …

Ulrike Morianz, Pädagogische Leiterin des Mädchenwochen in Graz: "Nicht Stöckelschuhe, Minirock und ein stark geschminktes Gesicht sind Zeichen der Weiblichkeit, wie es von Medien und sozialen Netzen suggeriert wird. Wir bieten Rollenmodelle von starken Frauen, die selbstbewusst im Leben stehen und unabhängig sind. Wir vermitteln, dass Bildung der Wegweiser in diese persönliche und finanzielle Unabhängigkeit ist. Manche Mädchen, die zu uns kommen, haben schon viele Beziehungen hinter sich, andere glauben an die Liebe auf den ersten Blick, auch wenn die geliebte Person wöchentlich austauschbar scheint.

Wir begleiten sie ein Stück auf ihrem Weg und stärken sie, ihre Beziehungen liebevoll zu leben und von ihrem/r Freund/in in ihren Bedürfnissen und Wünschen unterstützt und respektiert zu werden. Das funktioniert nur durch Vorbild, Reflexion, Workshops zu relevanten Themen, outdoor-Tage, ... Da ist dann nach drei Tagen nicht mehr wichtig, ob das Handy funktioniert oder die Wimperndusche hält. Wir bewegen uns meist in kleinen Schritten, zumal die Mädchen oft nur kurz bei uns sind und staunen oft Jahre später, wenn sie uns besuchen und erzählen, was sie aus ihrem Leben gemacht haben und sagen: "Weißt noch, wie du mir damals auf die Nerven gegangen bist, aber heute verstehe ich warum ..."

 

Weitere Informationen

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